Audiokassetten verwenden dieselbe grundlegende Technologie wie VHS-Bänder — eine dünne Schicht magnetischer Oxidpartikel, die mit einem Kunststoffträger verbunden ist. Und sie leiden unter demselben grundsätzlichen Problem: Das Bindemittel, das diese Partikel an Ort und Stelle hält, zerfällt über Jahrzehnte hinweg, sodass sich die Oxidschicht löst und das magnetische Signal schwächer wird.
Doch die Verschlechterung bei Audio ist heimtückisch, weil sie unsichtbar ist. Sie können nicht sehen, wie eine Kassette ihr Signal verliert. Sie können es nur hören — zunehmendes Bandrauschen, Dropouts in leisen Passagen, Verlust von Höhenfrequenzen und eine allmähliche Verwaschung des Gesamtklangs. Bis der Verfall hörbar wird, ist bereits viel Signal dauerhaft verloren.
Die Mechanik der Kassette verschärft das Problem. Das Andruckplättchen, das das Band gegen den Wiedergabekopf drückt, verschleißt und verursacht ungleichmäßigen Kontakt und inkonsistente Tonqualität. Die internen Bandführungen verziehen sich. Die Gleitfolien, die die Reibung zwischen dem Bandwickel und dem Kassettengehäuse verringern, trocknen aus und zerbröseln. All diese mechanischen Ausfälle beeinträchtigen die Wiedergabequalität, selbst wenn das Band selbst noch funktionstüchtig ist.
Für Kassetten mit unersetzlichen Aufnahmen — Familienstimmen, persönliche Diktate, einmalige Live-Aufnahmen — verkleinert sich das Zeitfenster für eine hochwertige Übertragung mit jedem Jahr des Zögerns.