Video8 war Sonys erstes Format, das mit Metallpartikel-Band (metal particle, MP) arbeitete — dieselbe grundlegende Technologie, die später auch Hi8 und Mini DV antrieb. Metallpartikel-Band speichert pro Quadratmillimeter deutlich mehr Informationen als das Eisenoxidband der VHS, und genau deshalb gelang es Sony, ein nutzbares Camcorder-Format in eine Kassette von der Größe einer Audiokassette zu packen.
Doch Metallpartikel oxidieren. Jedes Video8-Band rostet seit dem Tag seiner Aufnahme langsam vor sich hin. Die Original-Video8-Bänder aus den Jahren 1985 bis 1995 sind heute 30 bis 40 Jahre alt und nähern sich den Stabilitätsgrenzen des Metallpartikel-Bandes. Manche Ende der 1980er Jahre aufgenommenen Kassetten zeigen heute schwere Dropouts, die zum Aufnahmezeitpunkt noch nicht vorhanden waren.
Video8 hatte zudem bereits im Neuzustand höhere Dropout-Raten als VHS — das Consumer-Bandmaterial und die hohe Informationsdichte führten dazu, dass kurze Signalaussetzer häufig auftraten. Nach drei weiteren Jahrzehnten Metalloxidation können die Dropouts inzwischen massiv sein.
Das andere Problem ist die Wiedergabetechnik. Die meisten Video8-Camcorder sind heute nicht mehr funktionstüchtig oder verschwunden — in den 2000er Jahren, als DV- und Digitalkameras die Führung übernahmen, wurden sie auf Dachböden verbannt. Sonys professionelles EV-S350-Deck und das EV-C200-Consumer-Deck werden immer seltener. Wir halten gewartete Video8-Wiedergabegeräte speziell für Archivarbeit vor.