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Negativstreifen oder Diapositive? So unterscheiden Sie die zwei Filmformat-Familien in Vaters Karton vom Dachboden

Maria C Maria C

Negativstreifen erkennt man am orange Hintergrund und an invertierten Farben (blaue Gesichter, gelber Himmel). Diapositive sitzen in 5×5-cm-Rahmen und zeigen das Motiv sofort in natürlichen Farben — Sie können sie gegen das Licht halten und das Bild seitenrichtig erkennen. Das ist die kürzeste ehrliche Antwort. Was diesen Artikel von den Erklärungen anderer Labore unterscheidet: wir zeigen Ihnen den gleichen Identifikationsablauf, den unsere Eingangsstation am ersten Werktag nach Vatertag durchläuft, wenn die ersten Erinnerungsboxen ankommen — und wir zeigen, welche Hardware welches Format am Ende verarbeitet.

Warum diese Frage existiert: das Schubladen-Problem

Sie haben das Haus Ihres Vaters geräumt und stehen in der Küche vor einer Pappschachtel: zwei Plastiktüten mit gelblichen Filmstreifen, ein verbeulter Diaplastik-Schuber mit etwa 200 gerahmten Bildern, eine schmale Kartonkassette mit der Aufschrift „1986 Sommer" und drei Kartuschen, die wie kleine Plastikseifenstücke aussehen. Sie wissen ungefähr, dass das alles „alte Fotos" sein soll — aber Sie sehen kein Foto. Sie sehen orange Streifen, ein bisschen Schwarzweiß und Quadrate mit winzigen Bildchen in Pappkarton-Rahmen.

Wir sehen diese Szene jeden Mai nach Vatertag. Die Eingangsbestellungen verdoppeln sich, und in jeder zweiten Erinnerungsbox liegt eine Mischung aus drei oder vier verschiedenen Filmformat-Familien, die der Absender nicht sortieren konnte. Das ist normal. Es bedeutet nur, dass die analoge Fotografie zwischen 1955 und 2002 nicht aus einem einzigen Format bestand, sondern aus einem Ökosystem konkurrierender Filmsysteme — und je nach Stadt, Familieneinkommen und Hobby-Ernsthaftigkeit Ihres Vaters dominierte mal das eine, mal das andere.

Wenn Sie auf dem Streifen orange Hintergründe und blaue Gesichter sehen, halten Sie ein Farbnegativ in der Hand — kein defektes Dia. Die Orangemaske ist konstruktionsbedingt und korrigiert beim späteren Druck die Farbbalance.

Schritt für Schritt: die hands-on-Triage am Küchentisch

Die 5-Sekunden-Identifikation am Küchentisch

Standardprotokoll für die hands-on-Triage einer geerbten Filmsammlung — gleiche Routine wie unsere Eingangsstation, nur ohne Loupe und Lichttisch.

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    Rahmen oder Streifen? Steckt das Stück in einem starren Pappkarton- oder Kunststoffrahmen, ungefähr 5 cm × 5 cm, mit einem einzelnen Bildfenster? Dann ist es ein Diapositiv. Ist es ein loser, biegsamer Filmstreifen — typischerweise 3–6 Bilder lang, an den Rändern perforiert — handelt es sich um Negative. Mittelformat-Streifen (6×6) sind doppelt so breit wie 35mm und nicht perforiert. Ergebnis: Rahmen → Dia. Streifen → Negativ. Sortieren Sie zuerst grob in zwei Stapel.
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    Farbe gegen Licht halten Halten Sie den Streifen gegen eine helle, gleichmäßige Lichtquelle — Tageslichtfenster oder weiße LED-Lampe, keine Glühbirne (verfälscht den Farbeindruck). Klarer, orangefarbener Hintergrund mit Motiven in Komplementärfarben (blaue Gesichter, gelber Himmel) → Farbnegativ. Klar oder gräulich-bräunlich, nur Hell-Dunkel-Umkehr, kein Orangestich → Schwarzweiß-Negativ. Naturfarben und seitenrichtig erkennbar → Diapositiv, auch wenn kein Rahmen vorhanden ist. Ergebnis: Die Orangemaske ist das eindeutigste Identifikationsmerkmal eines Farbnegativs — sie kommt auf keinem anderen Filmtyp vor.
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    Filmrand lesen — Kodak, Agfa, ORWO, Fujicolor Am unbelichteten Rand jedes Streifens steht in 1–2 mm hoher Schrift der Filmname. KODACOLOR, FUJICOLOR, AGFACOLOR und KODAK GOLD sind Farbnegativfilme. KODACHROME, EKTACHROME, AGFACHROME und FUJICHROME (Suffix -CHROME) sind dagegen Diafilme — wenn Sie also einen Streifen ohne Rahmen halten, aber den Schriftzug EKTACHROME finden, war das ursprünglich ein Diafilm. ORWO COLOR und ORWO NC waren die DDR-Standardfilme zwischen 1964 und 1990, primär Farbnegative; ORWOCHROM UT und UK waren die DDR-Diafilme aus Wolfen. Ergebnis: Filmname am Rand ist eindeutige Formatzuweisung — selbst wenn der Rahmen abgegangen ist.
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    Den Rand-Code für das Belichtungsjahr ablesen Kodak druckte zwischen 1956 und 2002 einen Date-Code auf jeden Filmrand — kleine geometrische Symbole (CAT-Codes) plus eine 4-stellige Charge. Bei Agfa- und Fuji-Filmen steht oft eine vierstellige Jahres-Charge direkt am Rand. ORWO druckte den Emulsionscode E-xxxx — die ersten beiden Ziffern danach geben das Produktionsjahr (z.B. E-7203 = 1972). Diese Information geht beim Scannen verloren, wenn man nicht den Rand mitscannt — wir tun das standardmäßig bei jeder Bestellung. Ergebnis: Filmtyp + Jahr ergibt eine präzise Datierung auch ohne handgeschriebenes Etikett.
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    Sonderfälle erkennen — APS, 110-Pocket, Glasnegativ Drei Formate werden regelmäßig falsch einsortiert. APS-Kartuschen (Advanced Photo System, 1996–2011) sind kleine Kunststoffkapseln, etwa daumengroß, mit Aufschrift „IX240" — Film NICHT herausziehen, das beschädigt die magnetische Codierschicht. 110-Pocket-Negative sind Mini-Streifen, halb so breit wie 35mm, oft noch in der Original-Pappkassette. Glasnegative aus der Zeit vor 1925 sind starre Glasplatten mit Emulsion auf einer Seite — extrem zerbrechlich, unbedingt einzeln in Seidenpapier wickeln. Wir digitalisieren alle drei Formate; die Erinnerungsbox hat dafür getrennte Kartonfächer. Ergebnis: APS, 110 oder Glas → Sonderhandling. Kein Hausmittel, kein Heimscanner — direkt zum Labor.
Standardroutine für die Eingangstriage einer geerbten Filmsammlung — funktioniert mit Lichtquelle und Lupe am Küchentisch, ohne Filmscanner.

Warum die Orangemaske der schnellste Identifikator ist

Die orange Schicht, die den ganzen Streifen eines Farbnegativfilms überzieht, ist keine Verfärbung und kein Lagerschaden. Sie ist eine Konstruktionsentscheidung von Kodak aus dem Jahr 1949: zwei der drei Farbschichten im Negativ erzeugen unerwünschte Nebenfarben (cyan- und magentafarbene Verunreinigungen), und die Orangemaske gleicht diese beim späteren Papierabzug optisch wieder aus. Ein Farbnegativ ohne Orangemaske würde gedruckt aussehen, als hätte man eine grüne Sonnenbrille aufgesetzt.

Praktisch heißt das: jedes Farbnegativ hat Orangemaske, kein einziger Diafilm hat Orangemaske, kein einziger Schwarzweißfilm hat Orangemaske. Wenn Sie also einen Streifen gegen das Licht halten und Orange sehen, ist die Diagnose abgeschlossen. Sehen Sie keinen Orangestich, brauchen Sie Schritt 2 — bei Schwarzweiß zeigt sich nur Helligkeitsumkehr, beim Dia zeigen sich Naturfarben.

Schwarzweiß-Negative haben keine Orangemaske. Sie wirken nur wie umgekehrte Schatten: helle Hauttöne erscheinen dunkel, der Himmel ist schwarz. Wir sehen diese aus den 1950er- und 1960er-Jahren regelmäßig — oft mit Agfa- oder ORWO-Logo am Filmrand.

Das Diapositiv im Pappdiarahmen — der einfache Fall

Dias sind das Format, bei dem die Identifikation am schnellsten geht: ein 5×5-cm-Pappkarton- oder Kunststoffrahmen, in der Mitte ein einzelnes Bildfenster mit dem fertigen Foto. Halten Sie es gegen ein Fenster bei Tageslicht, und Sie sehen das Motiv unverzerrt, in natürlichen Farben, seitenrichtig. Das war der ganze Designsinn: Dias waren das Endprodukt für die Projektion auf der Leinwand am Sonntag im Wohnzimmer. Es gab keinen Zwischenschritt mit Papierabzug — der Diafilm wurde direkt umkehrend entwickelt und kam fertig vom Drogeriemarkt-Labor zurück.

In Deutschland war Kodachrome (entwickelt 1935, in Deutschland ab den 1950er-Jahren populär) der Goldstandard. Familien mit höherem Einkommen, Lehrer und Hobbyfotografen mit ernsthaftem Anspruch nutzten ihn bis zur Einstellung des K-14-Entwicklungsprozesses 2010 — was bedeutet, dass die letzten privat aufgenommenen Kodachrome-Dias aus Deutschland frühestens 2009 datieren. Ektachrome (E-6-Prozess, einfacher zu entwickeln) war preisgünstiger und in jedem Drogeriemarkt verfügbar. Aus der DDR kam ORWOCHROM UT (Tageslicht) und ORWOCHROM UK (Kunstlicht) aus dem Filmfabrik Wolfen — diese Dias sind heute noch häufig erkennbar am leicht magentafarbenen Stich, der sich nach 30 Jahren Lagerung in Kellern entwickelt.

Ein gerahmtes Diapositiv ist sofort als Foto erkennbar — Farben stimmen, Motiv ist seitenrichtig. Das ist das eindeutige Identifikationsmerkmal. Was die Digitalisierung enthüllt: ein Diaprojektor zeigt etwa 1.000 Linien Auflösung, ein Plustek-OpticFilm-Scan mit 4.500 DPI extrahiert das Achtfache.

Die häufigste Verwechslung: Schwarzweiß-Negativ vs. „defektes Dia"

Etwa jeder zehnte Anruf in unserer Kundenberatung beginnt mit der Frage: „Ich habe so eine Box mit alten Bildern, aber die sehen aus wie Röntgenbilder. Sind die kaputt?" Die Antwort ist fast immer: Nein, das sind Schwarzweiß-Negative, und sie funktionieren genau wie geplant.

Schwarzweißfilm wurde in Deutschland von 1925 bis tief in die 1980er-Jahre für den ernsthaften Amateur- und Pressefotografie-Bereich genutzt. Agfa APX (verschiedene ISO-Stufen), Kodak Tri-X und vor allem ORWO NP (Negativ Panchromatisch, in mehreren Empfindlichkeiten) dominierten den Markt. Diese Streifen sind klar oder leicht grau-bräunlich, ohne Orangestich, und das Bild erscheint nur als Helligkeitsumkehr: das, was auf dem späteren Papierabzug hell sein wird, ist auf dem Negativ dunkel und umgekehrt.

Falsche Verarbeitung passiert oft, weil Heimscanner und Smartphone-Apps das Schwarzweiß-Negativ entweder als Farbnegativ behandeln (Ergebnis: starker Cyan-Stich) oder als Diafilm (Ergebnis: invertierte Helligkeit bleibt erhalten). Wir verarbeiten Schwarzweiß-Negative dagegen mit einem dedizierten Linear-Kurven-Profil, das nur die Helligkeitsachse invertiert und keine künstliche Farbtemperatur einführt — das ist das, was die Originalemulsion ursprünglich zeigen wollte.

Verteilung der Filmformat-Familien in deutschen Familienkisten

Was sich in einer typischen deutschen Familienkiste findet Beobachtete Häufigkeit pro Mediumtyp in EachMoment-Eingängen aus dem DE-Markt (Stand 2026) 35mm Farbnegativ-Streifen 52 % 35mm Diapositive (Pappdiarahmen) 27 % Schwarzweiß-Negativstreifen 10 % APS-Kartuschen IX240 4 % Mittelformat 6×6 / 6×9 4 % 110-Pocket-Negative 2 % Glasnegative (vor 1925) 1 % Farbnegativ Diapositiv Schwarzweiß-Negativ Sonderformat Beobachtungen aus dem EachMoment-Labor, DE-Markt, Stand Mai 2026. Mehr als die Hälfte einer durchschnittlichen Kiste enthält Farbnegative; etwa ein Viertel echte Diapositive. Glasplatten sind selten, kommen aber in Kisten vor, die vor dem Zweiten Weltkrieg gepackt wurden.
Aufgeschlüsselt nach Mediumtyp in unseren DE-Eingängen: Farbnegative dominieren mit gut der Hälfte; Diapositive machen etwa ein Viertel aus; Sonderformate (APS, Mittelformat, 110, Glas) sind zusammen rund jede zehnte Kiste.

Diese Mischung erklärt, warum wir unsere Erinnerungsbox mit getrennten Kartonfächern ausstatten: Sie sortieren grob in zwei Stapel (Rahmen / Streifen), wir sortieren im Labor fein in sieben — Farbnegativ, Schwarzweiß-Negativ, 35mm-Dia, Mittelformat, APS, 110, Glasplatte — und jedes Fach geht zu dem Scanner, der für seine Eigenschaften kalibriert ist.

Welche Scanner-Hardware welches Format verarbeitet

Die Identifikation am Küchentisch ist nur der Anfang. Die zweite Frage — meist die, die zu uns führt — ist: „Und was mache ich jetzt damit?" Die ehrliche Antwort: ein einziger Flachbettscanner aus dem Elektronikmarkt deckt die sieben Formate nicht ab, weil jede Filmart andere optische Eigenschaften hat. Schwarzweißfilm absorbiert Infrarot — der Digital-ICE-Staubentferner funktioniert auf ihm nicht. Kodachrome braucht einen K-14-spezifischen ICC-Farbprofil, weil der Entwicklungsprozess 2010 weltweit eingestellt wurde. Glasnegative sind dick und passen in keinen 35mm-Diaschlitten. So sieht unsere Hardware-Aufteilung aus:

Nikon Coolscan 9000 ED

Dedizierter 35mm- und 120er-Filmscanner für Negative und Dias

2003 (außer Produktion seit 2009)

  • 4.000 DPI optische Auflösung, 4.8 D Dichteumfang — fängt Schatten in einem unterbelichteten Negativ ein, die ein Flachbettscanner als Schwarz interpretiert
  • Digital ICE-Infrarotkanal entfernt Staub und Kratzer auf Farbnegativen und Farbdias automatisch (funktioniert NICHT auf Schwarzweiß-Filmen wegen der silberbasierten Emulsion — die saugt das IR-Licht)
  • ML-3 Glasträger für 6×6, 6×7 und 6×9 Mittelformat-Negative — exakt die Streifen, die in vielen DDR-Familien aus Pentacon-Six-Kameras kamen
  • Auf dem Gebrauchtmarkt 2026 kostet ein funktionierender Coolscan 9000 ED zwischen 3.500 und 5.500 €; nur drei Labore in Deutschland betreiben einen aktiv

Plustek OpticFilm 8200i SE

Dedizierter 35mm-Diascanner für Kodachrome, Ektachrome und ORWOCHROM

2014

  • 4.500 DPI optische Auflösung — 8-mal feiner als ein typischer Diaprojektor
  • Spezielle K-14-Farbtabelle für Kodachrome — der Prozess wurde 2010 weltweit eingestellt, korrekte Farbumkehrung erfordert ein dediziertes ICC-Profil
  • Liefert 48-Bit-Farbtiefe pro Scan — Flachbettscanner aus dem Consumer-Segment liefern 24- oder 36-Bit, was bei stark verblichenen Dias zu sichtbarer Banding-Bildung führt

Epson Perfection V850 Pro

Flachbett-Großformatscanner für Glasnegative und 4×5-Planfilme

2014

  • Effektive Auflösung von 2.300-2.400 DPI für Filmstreifen (Hersteller nennt 6.400 DPI — gemessene Optik liefert weniger; siehe unser Mess-Reportage 'DPI-Werte realer Filmscanner')
  • Doppellinse, Glasplattenhalter für Negative bis 25 × 30 cm — der einzige bezahlbare Weg, um eine 13 × 18 cm-Glasplatte von 1910 zu digitalisieren
  • Wir nutzen ihn ausschließlich für die Formate, für die der Coolscan keine Halter hat: Glasnegative, 4×5-Planfilme, Mittelformat-Streifen ohne Standard-Mounts

EachMoment Erinnerungsbox + SilverFast-Pipeline

Triage und Sortieren der gemischten Dachboden-Sammlung

Standardprozess

  • Kostenfrei versendete Box mit getrennten Fächern für Dias, Negativstreifen und APS-Kartuschen — Sie sortieren grob, wir sortieren fein
  • Jede Filmart wird im Labor mit dem passenden Scanner verarbeitet — keine 'one-size-fits-all'-Massenproduktion
  • Endergebnis: TIFF-Master + JPEG-Web-Versionen, exif-Tag mit Filmtyp und Date-Code-Jahr, kostenfreies Cloud-Album

Die Sonderfälle: APS, 110 und Glasnegative

Drei Formate verdienen eigene Erwähnung, weil Heimanwender sie regelmäßig falsch behandeln. APS-Kartuschen (Advanced Photo System, eingeführt 1996, eingestellt 2011) sehen aus wie kleine Plastikseifenstücke mit der Aufschrift „IX240". Der Film im Innern hat eine magnetische Codierschicht, die Belichtungsdaten und Bildformat (C / H / P) speichert. Ziehen Sie ihn nicht heraus — die Schicht ist fragil und ohne die Daten lässt sich später nicht mehr feststellen, in welchem Bildformat das Foto belichtet wurde. Wir öffnen APS-Kartuschen im Labor in einer Dunkelkammer-Box, scannen den Film im Original-Wickel und montieren das Bildformat anhand der Codierdaten.

110-Pocket-Negative sind halb so breit wie 35mm (13×17 mm Bildgröße) und stecken oft noch in der originalen Pappkassette. Sie waren in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren das Format der billigen Pocket-Kameras von Kodak und Agfa. Die geringe Filmfläche bedeutet, dass jedes Bild bei Standardvergrößerung erkennbar grobkörniger ist als ein 35mm-Negativ — aber für Familienschnappschüsse aus dem Urlaub reicht das. Wir scannen 110er auf demselben Nikon Coolscan 9000 ED mit einem speziellen Mini-Filmhalter, der den Streifen flach und perforationssicher hält.

Glasnegative sind die wertvollste und gefährdetste Kategorie. Vor 1925 — und in der professionellen Pressefotografie noch bis in die 1940er-Jahre — wurde das lichtempfindliche Silberbromid nicht auf flexiblen Zelluloseträger, sondern auf eine 2–3 mm dicke Glasplatte beschichtet. Diese Platten sind starr, brüchig wie Fensterglas und tragen die Bildinformation auf nur einer Seite — die Emulsionsseite ist matter und leicht klebrig im Vergleich zur glatten Glasrückseite. Verpacken Sie sie einzeln in säurefreies Seidenpapier, niemals stapelweise. Wir scannen Glasnegative bis zur Größe 25×30 cm auf dem Epson V850 Pro mit einer planparallelen Glasoptik-Halterung und einem dedizierten Glasplatten-Lichtkasten. Tarif: 1,19 € pro Platte mit Mengenrabatt bis zu 1,99 € für einzelne sehr große Formate.

Was die Sortierung am Küchentisch Ihnen erspart

Die grobe Vorsortierung (Rahmen → Diafach, Streifen → Negativfach, Kartuschen → APS-Fach, Glas → einzeln in Seidenpapier) spart in der Praxis vor allem Bestellzeit, nicht direkt Geld: Unsere Stückpreise sind formatabhängig und nicht von Ihrer Sortierung abhängig. Was sich ändert, wenn Sie sortieren: Ihre Bestellung läuft schneller durch die Eingangstriage (typischerweise 2 Werktage statt 5), und Sie haben am Ende eine klare Aufschlüsselung im Cloud-Album — getrennte Ordner für Farbnegative, Dias, Schwarzweiß und Sonderformate, mit korrekter Datierung anhand der Filmrand-Codes, die wir mitscannen.

Wenn Sie die Sortierung lieber uns überlassen wollen, ist das ebenfalls in Ordnung. Werfen Sie alles in die Erinnerungsbox, kennzeichnen Sie nur die Glasplatten gesondert (die Box hat dafür ein eigenes Polsterfach), und schreiben Sie auf den Lieferschein einen Satz zur Herkunft: „Aus dem Nachlass meines Vaters, Geburtsjahr 1947, Sammelzeitraum vermutlich 1972 bis 2003." Mit dieser Information kalibrieren wir die Restaurierungs-Pipeline auf die wahrscheinlichen Filmtypen und Lagerzustände — eine 1976er Kodachrome-Aufnahme aus einem trockenen Keller braucht eine andere Behandlung als ein 1985er ORWO COLOR aus einer feuchten Wohnung.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheide ich Negative von Diapositiven in 5 Sekunden?

Diapositive sitzen in starren 5×5-cm-Rahmen aus Pappkarton oder Kunststoff und zeigen das Motiv direkt in natürlichen Farben. Negative sind lose, biegsame Filmstreifen mit perforierten Rändern; Farbnegative haben einen sichtbar orangen Hintergrund und invertierte Farben (blaue Gesichter, gelber Himmel), Schwarzweiß-Negative haben nur Helligkeitsumkehr ohne Orangestich.

Warum ist mein Negativ orange?

Die Orangefärbung ist eine Konstruktionsmaske, die Kodak 1949 in den C-41-Farbnegativfilm eingeführt hat. Sie kompensiert unerwünschte Nebenfarben in den drei Filmschichten beim späteren Papierabzug. Die Orangemaske ist kein Lager- oder Lichtschaden — jedes intakte Farbnegativ hat sie. Nur Schwarzweiß-Negative und Diapositive haben keine Orangemaske.

Sind ORWO-Filme aus der DDR Dias oder Negative?

Beides — ORWO produzierte beide Familien parallel. ORWO COLOR und ORWO NC waren Farbnegativfilme; ORWOCHROM UT (Tageslicht) und ORWOCHROM UK (Kunstlicht) waren die DDR-Diafilme. ORWO NP war der Schwarzweiß-Negativfilm. Den Filmnamen finden Sie am Rand des Streifens in 1–2 mm Schrift. Suffix -COLOR oder -NC = Negativ. Suffix -CHROME = Dia.

Was ist ein Glasnegativ und wie alt ist es?

Ein Glasnegativ ist eine 2–3 mm dicke Glasplatte mit einer Silberbromid-Emulsion auf einer Seite. Glasnegative wurden zwischen etwa 1850 und 1925 als Hauptträger der Schwarzweißfotografie genutzt; in der Pressefotografie auch bis in die 1940er-Jahre. Sie sind sehr zerbrechlich und sollten einzeln in säurefreies Seidenpapier verpackt werden. EachMoment digitalisiert Glasnegative bis 25×30 cm mit dedizierter Glasplattenoptik auf dem Epson V850 Pro.

Kann ich Farbnegative mit dem Smartphone digitalisieren?

Technisch ja, qualitativ nur eingeschränkt. Smartphone-Apps wie „Negative Me" oder „FilmBox" invertieren die Farben automatisch, kompensieren die Orangemaske aber selten korrekt — Ergebnis ist oft ein bläulicher oder magentafarbener Farbstich. Außerdem fehlt die Infrarot-Staub- und Kratzerentfernung (Digital ICE), die ein dedizierter Filmscanner wie der Nikon Coolscan 9000 ED hardwareseitig durchführt. Für gelegentliche Schnappschüsse aus dem Familienarchiv reicht das Smartphone; für vollständige Archive lohnt sich der professionelle Scan.

Was kostet die Digitalisierung von Negativen und Dias bei EachMoment in Deutschland?

Negative werden mit 4.000 DPI ab 0,53 € pro Frame digitalisiert (Mengenrabatte bis zu 33%, kombinierbar mit 10% Frühbucher-Rabatt — maximal 43% Gesamtrabatt). Dias werden mit bis zu 4.500 DPI ab 0,47 € pro Dia digitalisiert. Glasnegative kosten 1,19 € pro Platte. Im Preis enthalten sind kostenfreie Erinnerungsbox mit frankiertem Versand, KI-Restaurierung, Staub- und Kratzerentfernung sowie das kostenfreie Cloud-Album. Genaue Preise auf /negative-digitalisieren und /dias-digitalisieren.

Funktioniert Digital ICE auf Schwarzweiß-Negativen?

Nein. Digital ICE arbeitet mit einem Infrarot-Lichtkanal, der Staub und Kratzer auf der Filmoberfläche erkennt. Auf Farbfilm und Diafilm funktioniert das, weil die Farbstoffe das Infrarot durchlassen. Schwarzweiß-Negative haben dagegen eine silberbasierte Emulsion, die das Infrarot absorbiert — das Bild selbst würde als „Staub" markiert. Für Schwarzweiß-Negative entfernen wir Staub manuell in ImageMagick anhand pixel-präziser Erkennungsregeln auf dem fertigen Scan.

Nächster Schritt: Erinnerungsbox bestellen

Wenn Sie alle drei oder vier Familien in Vaters Karton identifiziert haben, ist die nächste Frage praktisch: wie kommt das alles zu uns. Unsere kostenfreie Erinnerungsbox enthält getrennte Polsterfächer für Negativstreifen, Dias und Sonderformate, einen frankierten Rücksendeumschlag und einen Lieferschein mit Vorgaben zur Markierung von Glasplatten und APS-Kartuschen. Sie bestellen die Box online auf /quote, wir liefern sie binnen 1–2 Werktagen, Sie verpacken, schicken zurück — und zwei bis drei Wochen später haben Sie ein vollständiges Cloud-Album mit allem, was in der Pappschachtel lag, korrekt nach Filmtyp und Jahrgang aufgeschlüsselt.

Sie zahlen nichts im Voraus — die Preisermittlung erfolgt nach Eingangsprüfung, weil wir erst nach der Sortierung wissen, wie viele Frames pro Format tatsächlich zu bearbeiten sind. Eine geschätzte Negativsammlung „etwa 20 Filme" kann zwischen 80 und 160 Frames bedeuten, je nachdem, wie viele 36er-Streifen darunter sind und wie viele 24er. Mehr Details zu unserem Eingangsverfahren auf /how-it-works.

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