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DAT-Kassetten überspielen lassen: Warum S/PDIF allein keine Dropouts verhindert

Maria C Maria C
Techniker hält eine Kassette vor der Prüfung – DAT-Kassetten überspielen mit Fehlerprotokoll im Labor

DAT-Kassetten überspielen Sie verlustfrei nur digital: ein DAT-Rekorder mit S/PDIF-Ausgang (koaxial oder optisch), ein Audio-Interface, das sich auf die Abtastrate des Bandes – 32, 44,1 oder 48 kHz – synchronisiert, und eine Aufnahme als WAV-Datei. Der Haken: Auch über S/PDIF reicht der Rekorder geflickte Stellen unmarkiert weiter, sobald seine C1/C2-Fehlerkorrektur an Grenzen stößt. Der Mitschnitt sieht am Rechner bit-perfekt aus, obwohl er es nicht ist. Nur das Fehlerprotokoll am Laufwerk zeigt, ob eine Überspielung wirklich bit-identisch ist. Sony brachte das Digital Audio Tape 1987 auf den Markt und stellte die Produktion der Geräte 2005 ein.

Dieser Artikel beleuchtet die vier häufigsten Fallen beim Digitalisieren von DAT-Bändern, erklärt den Unterschied zur DDS-Datenkassette und zeigt anhand unserer Laborzahlen, warum bestimmte Bänder fast immer Probleme machen. Besitzer eines funktionierenden, frisch gewarteten Rekorders können ihr Archiv selbst sichern. Alle anderen sollten ihre DAT-Bänder digitalisieren lassen: Ersatzköpfe gibt es kaum noch, und jeder Abspielversuch auf einem verschmutzten oder verstellten Laufwerk belastet das 3,81 mm schmale Band zusätzlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • DAT-Kassetten überspielt man verlustfrei nur digital über S/PDIF (koaxial oder optisch) und in der nativen Abtastrate des Bandes: 32, 44,1 oder 48 kHz bei 16 bit.
  • Die S/PDIF-Schnittstelle reicht interpolierte Samples unmarkiert weiter, weshalb allein das C1/C2-Fehlerprotokoll am Rekorder über eine echte bit-perfekte Kopie entscheidet.
  • In unserer Auswertung (n = 127) liefen 70–72 % der professionellen Masterbänder im ersten Durchgang fehlerfrei, aber nur 28–33 % der portablen Aufnahmen.
  • 17 % der Kassetten, die uns als „DAT“ erreichten (Stichprobe n = 23), waren gar keine Audio-Bänder, sondern DDS-Datenkassetten mit Computer-Backups.
  • DAT-Kassetten überspielen lassen kostet bei uns 14,99 € pro Band, mit Mengenrabatt ab 7,50 € – überspielt wird immer digital auf einem Sony PCM-R500 oder Tascam DA-40.

So klingt der Unterschied: links der analoge Umweg vom Line-Out eines Laufwerks mit verschmutzter Kopftrommel in einen USB-Dongle, rechts dieselbe Aufnahme digital per S/PDIF von einem gereinigten Sony PCM-R500. Ziehen Sie den Regler nach rechts.

Was beim Überspielen einer DAT-Kassette technisch passiert

Das DAT-Format nutzt das Schrägspuraufzeichnungsverfahren (Helical Scan), das auch in Videorekordern zum Einsatz kommt. Die Kopftrommel rotiert mit 2000 Umdrehungen pro Minute. Das Magnetband hat eine Breite von lediglich 3,81 mm. Während die lineare Bandgeschwindigkeit bei langsamen 8,15 mm/s liegt, beträgt die effektive Schreibgeschwindigkeit zwischen den winzigen Leseköpfen und dem Band stolze 3,13 m/s. Aufgezeichnet wird als 16-bit PCM bei 32, 44,1 oder 48 kHz, wobei 48 kHz den Standardmodus darstellt. Zudem gibt es einen LP-Modus (Long Play) bei 32 kHz mit 12 bit. Es kommen Bänder mit reinen Metallpartikeln (MP) oder einer aufgedampften Metallschicht (ME) zum Einsatz. MP-Bänder können unter Binder-Hydrolyse leiden: Das Bindemittel nimmt Feuchtigkeit auf, wird klebrig und gibt Oxid ab. Bei ME-Bändern kann sich die ultradünne Metallschicht vom Trägerfilm lösen – ein Schaden, den kein Laufwerk mehr ausgleicht.

Wer DAT-Kassetten überspielt, bewegt also keine Musik von einem Band ab, sondern liest Datenblöcke von schräg verlaufenden Spuren, die nur wenige Mikrometer breit sind. Sitzt die Kopftrommel minimal verschmutzt oder ist das Band an einer Stelle verformt, treffen die Köpfe die Spur nicht mehr sauber. Das Laufwerk merkt das sofort – aber es entscheidet selbst, was es daraus macht.

Korrigiert, interpoliert oder stummgeschaltet

Das Format nutzt eine Reed-Solomon-Fehlerkorrektur in zwei Stufen, C1 und C2 genannt. C1-Fehler sind im Normalbetrieb alltäglich und werden vollständig korrigiert; kritisch wird es erst, wenn die C1-Rate stark ansteigt und auch die zweite Stufe C2 einen Block nicht mehr retten kann. Professionelle Rekorder wie der Sony PCM-R500 zeigen die C1/C2-Fehlerraten direkt auf dem Frontdisplay an. Bei jedem ausgelesenen Datenblock gibt es exakt drei mögliche Resultate:

  • Vollständig korrigiert: Die Fehlerkorrektur stellt die Daten wieder her. Das Signal ist bit-identisch mit der Aufnahme.
  • Nicht korrigierbar (Interpolation): Das Laufwerk errechnet aus den benachbarten Samples einen Ersatzwert und verdeckt den Fehler (Concealment).
  • Zu viele Fehler (Stummschaltung): Das Laufwerk schaltet das Audiosignal stumm. Es entsteht ein Dropout.

Ein Dropout bei DAT äußert sich nicht durch Rauschen wie beim analogen Tonband. Es entsteht ein Klickgeräusch, eine dumpfe Stelle oder kurze Stille. DAT hat eine sogenannte digitale Klippe: Solange die Fehlerkorrektur hinterherkommt, klingt das Band makellos. Steigt die Fehlerrate über ihre Reserve, kippt die Wiedergabe abrupt in Klicks und Aussetzer. Ein DAT-Band, das „gestern noch gut lief“, kann deshalb beim nächsten Durchgang schon hörbare Lücken haben.

Vier Fallen beim DAT-Kassetten-Überspielen, die in Forenanleitungen fehlen

Das im Internet verbreitete Rezept lautet oft: Köpfe mit Wattestäbchen und Alkohol reinigen, TOSLINK anschließen und in Audacity aufnehmen. Das ist im Ansatz richtig, denn der digitale Weg ist der einzig sinnvolle. Es fehlen aber vier Punkte, an denen in der Praxis die meisten Überspielungen scheitern.

1. S/PDIF heißt nicht automatisch bit-perfekt

Der wichtigste Punkt bei der Arbeit mit DAT: Über S/PDIF, egal ob koaxial oder optisch, kommen interpolierte Samples als ganz gewöhnliche Daten am Computer an. S/PDIF kennt zwar pro Sample ein sogenanntes Validity-Bit, doch viele Laufwerke setzen es nicht zuverlässig, und praktisch kein Audio-Interface und kein Aufnahmeprogramm wertet es aus. In der fertigen WAV-Datei ist davon nichts mehr zu sehen. Eine Datei, die via S/PDIF aufgenommen wurde, sieht bit-perfekt aus, selbst wenn das Laufwerk an Dutzenden Stellen interpoliert hat. Kein Audioprogramm am Rechner – auch Audacity nicht – kann nachträglich erkennen, welche Samples echt und welche errechnet sind.

Nur wer während der Wiedergabe die C1/C2-Fehleranzeige überwacht, weiß, ob die Überspielung wirklich bit-identisch ist. Viele Consumer-Laufwerke und fast alle portablen DAT-Rekorder zeigen diese Werte gar nicht an. Der Sony PCM-R500 dagegen zeigt sie während des gesamten Bandlaufs auf der Frontplatte. Steigen die Fehler, stoppen wir in unserem Labor den Vorgang, reinigen die Köpfe erneut und starten einen weiteren Durchgang (Mehrfach-Extraktion). Von mehreren Durchgängen behalten wir den mit den wenigsten Fehlerereignissen. Die IASA-Richtlinie TC-04 der internationalen Vereinigung der Schall- und audiovisuellen Archive empfiehlt genau das: digitale Träger in ihrer nativen digitalen Auflösung überspielen, ohne analogen Umweg.

2. Falsche Abtastrate, fremder Takt

Das Audio-Interface am Computer muss sich zwingend auf den eintreffenden S/PDIF-Takt des Rekorders synchronisieren (External Sync). Läuft das Interface auf seinem internen Takt mit einer abweichenden Rate, entstehen Klickgeräusche, oder der Computer rechnet das Signal unbemerkt um. Das Archivmaster entsteht deshalb immer in der nativen Rate des Bandes – 32, 44,1 oder 48 kHz – und wird für das Archiv nicht auf 44,1 kHz umgerechnet. Besonders tückisch sind Bänder im LP-Modus: Sie laufen mit 32 kHz und 12 bit, nicht jedes Laufwerk spielt sie überhaupt ab, und viele Audio-Interfaces synchronisieren sich gar nicht erst auf 32 kHz. Das Laufwerk gibt die 12-bit-Daten am Digitalausgang als 16-bit-Wörter aus – das ist korrekt und kein Fehler. Ein Interface, das stur auf 48 kHz steht, macht aus einem LP-Band entweder eine Klickorgie oder eine stillschweigend umgerechnete Datei.

3. SCMS ist kein Grund für den analogen Umweg

Das Serial Copy Management System (SCMS) ist ein Kopierschutz in Consumer-Geräten. Es unterbindet das digitale Kopieren von DAT zu DAT in zweiter Generation. Eine digitale Kopie der ersten Generation erlaubt SCMS, erst die Kopie der Kopie wird gesperrt. Auf die normale Wiedergabe und die digitale Aufnahme in einen Computer hat SCMS in der Regel keinen Einfluss: Studio-Interfaces ignorieren das Flag, nur einzelne Consumer-Soundkarten werten es aus. Der analoge Line-Out-Ausgang in einen billigen USB-Dongle führt das Signal durch eine Wandlung von digital zu analog und wieder zu digital. Das fügt Rauschen hinzu, der billige Wandler bestimmt die Qualität, und falsch gesetzte Pegel verursachen Clipping. Die originalen 16-bit-Daten gehen dabei verloren – Sie archivieren eine Kopie einer Kopie, obwohl das Original bereits digital vorliegt.

4. Wattestäbchen an der Kopftrommel

Das Reinigen der Köpfe mit einem Wattestäbchen ist bei einer rotierenden Kopftrommel hochgradig riskant. Fasern verfangen sich an den winzigen Leseköpfen, und minimaler Druck beschädigt sie dauerhaft. Ersatzköpfe sind seit dem Produktionsende 2005 praktisch nicht mehr lieferbar. Hantieren Sie deshalb nicht mit Wattestäbchen an der Trommel. Für Heimanwender ist eine DAT-Reinigungskassette, sparsam eingesetzt, der sicherere Weg; alles darüber hinaus gehört in eine Fachwerkstatt. Wenn ein Laufwerk nicht sauber abspielt, Bandsalat ankündigt oder das Band nicht auswirft, stoppen Sie sofort – jeder weitere Versuch riskiert Band und Köpfe zugleich.

Die Tabelle stellt beide Ketten gegenüber.

DAT überspielen: Forenrezept vs. Laborkette
SchrittVerbreitetes HeimrezeptUnsere Laborkette
SignalwegOptisch/TOSLINK – oder analoger Line-Out in einen USB-DongleAusschließlich digital per S/PDIF, keine analoge Zwischenstufe
FehlerkontrolleKeine – interpolierte Samples bleiben unsichtbarC1/C2-Fehlerraten laufend am Sony PCM-R500 überwacht
AbtastrateInterface auf internem Takt, oft fest auf 44,1 oder 48 kHzInterface auf den Takt des Laufwerks gelockt, native Rate (32 / 44,1 / 48 kHz)
KopfreinigungWattestäbchen und Alkohol an der rotierenden TrommelFachgerechte Trommelreinigung vor jedem Band und vor jedem Re-Pass
Bei BlockfehlernWeiterlaufen lassen oder neu startenStopp, Reinigung, zweiter Durchgang (auch auf Tascam DA-40), bester Pass bleibt
FormatprüfungKeine – DDS-Datenbänder landen im Audio-LaufwerkDAT vs. DDS, MP vs. ME und Bandwickel vor dem ersten Abspielen geprüft
ErgebnisDatei, die bit-perfekt aussieht – ohne NachweisWAV in nativer Auflösung plus Dokumentation unrettbarer Stellen

Erst prüfen: Ist das überhaupt eine Audio-DAT?

DDS (Digital Data Storage) ist die Computerdaten-Version von DAT, die 1989 von Sony und HP eingeführt wurde. Es handelt sich um dieselbe kleine Kassette mit fast identischem Aussehen. DDS-Bänder enthalten jedoch Computer-Backups, kein Audio. Ein DAT-Audiorekorder kann diese Bänder nicht als Musik abspielen. Erkennungsmerkmale sind ein DDS-Logo, der Aufdruck "DATA" oder eine Kapazitätsangabe in GB auf dem Etikett. Audio-DATs sind mit einer Spielzeit in Minuten beschriftet. Ganz sicher ist das Etikett allerdings nicht: Manche Studios haben DDS-Bänder in Audio-Laufwerken bespielt. Entscheidend ist, was auf dem Band steht – genau das prüfen wir beim Eingang. In einer Stichprobe von 23 Bändern mit der Aufschrift "DAT", die uns erreichten, waren 17 % tatsächlich DDS-Datenkassetten. Zur Identifikation hilft unser Kassetten-Erkennungstool, und unser Ratgeber zeigt, wie Sie Kassette, Spulentonband oder DAT unterscheiden. Sortieren Sie DDS-Kassetten vor dem Versand aus oder vermerken Sie sie auf dem beiliegenden Auftragszettel – dann prüfen wir sie gesondert, statt sie als Audio-Band zu behandeln.

Was unsere DAT-Annahme zeigt: 127 Bänder, ein Fehlerprotokoll

Jedes DAT-Band, das bei uns eingeht, läuft vor jeder Restaurierung einmal mit Fehlerprotokoll über einen gewarteten Sony PCM-R500. Die Auswertung von 127 Bändern zeigt, wo DAT-Überspielungen in der Praxis scheitern:

DAT-Annahme im Fehlerprotokoll: n = 127 Bänder, 2023–2026 Balkendiagramm aus dem Sony-PCM-R500-Fehlerprotokoll unserer DAT-Annahme. Fehlerfrei im ersten Durchgang: Studio-Master 70–72 Prozent, portable Aufnahmen 28–33 Prozent. Oxidabrieb oder Wickelschlupf: 24–27 Prozent. Nach zweitem Durchgang ohne hörbare Interpolation: 38–41 Prozent der Bänder mit Blockfehlern im ersten Durchgang. Mindestens eine unrettbare Stelle: 13–14 Prozent. Eigenes Laufwerk defekt: 79–83 Prozent der Einsender. DDS statt DAT: 17 Prozent (n = 23). Was das Fehlerprotokoll zeigt: 127 DAT-Bänder Sony PCM-R500, C1/C2-Log vor jeder Restaurierung · Annahme 2023–2026 Studio-Master fehlerfrei (1. Durchgang) 70–72 % Portable Aufnahmen fehlerfrei (1. Durchgang) 28–33 % Oxidabrieb oder Wickelschlupf 24–27 % Re-Pass beseitigt hörbare Interpolationen 38–41 % Mindestens eine unrettbare C2/Mute-Stelle 13–14 % Eigenes DAT-Laufwerk defekt (Grund der Einsendung) 79–83 % Zusätzlich: 17 % der als „DAT“ eingesandten Bänder waren DDS-Datenkassetten (n = 23).
Eigene Messung: gepoolte DAT-Annahme (n = 127), Fehlerprotokoll eines gewarteten Sony PCM-R500 vor jeder Restaurierung. Helle Balkenenden zeigen die Spannbreite zwischen den Teilstichproben.

Unsere Daten zeigen, dass 70–72 % der professionell aufgenommenen und gut gelagerten DAT-Master im ersten Durchgang absolut fehlerfrei ohne ein einziges Concealment-Ereignis liefen. Bei Aufnahmen aus portablen Geräten (wie der Sony TCD-D Walkman Klasse) erreichten nur 28–33 % dieses Resultat. Bei 24–27 % der Bänder fanden wir Oxid- bzw. Binderabrieb oder Wickelschlupf (Pack Slip) – die häufigste physische Ursache für Blockfehler. Die gute Nachricht: Von den Bändern, deren erster Durchgang erhöhte Blockfehlerraten bis hin zu hörbaren Interpolationen zeigte, kamen 38–41 % nach Reinigung des Laufwerks und einem zweiten Durchgang ohne hörbare Interpolation aus. Bei einer einfachen S/PDIF-Aufnahme ohne Fehlerkontrolle wären die interpolierten Stellen des ersten Durchgangs unbemerkt im Archiv gelandet. Bei 13–14 % blieb mindestens ein nicht korrigierbares C2/Mute-Ereignis, also eine kurze, dauerhafte Lücke. Diese Stellen dokumentieren wir mit Zeitstempel in der Auslieferung, damit Sie wissen, wo Ihre Aufnahme lückenhaft ist. Den Hauptgrund für den Laborauftrag liefert die Technik selbst: 79–83 % der Einsender kamen zu uns, weil das eigene oder geerbte Laufwerk defekt war, das Band blockierte oder Fehlermeldungen zeigte.

Methodik: Gepoolte Stichprobe (n = 127 DAT-Kassetten) aus unserem europäischen Eingang 2023–2026. Jedes Band wurde vor jeglicher Restauration auf einem gewarteten Sony PCM-R500 abgespielt. C1/C2-Fehlerraten und jedes Interpolations-/Stummschaltungsereignis wurden protokolliert. "Fehlerfrei" = null Interpolationsereignisse über die gesamte Länge. "Nicht korrigierbar" = mindestens ein C2/Mute-Ereignis, das auch nach einem zweiten Durchgang bestehen bleibt. DDS-Anteil aus einer separaten Stichprobe von n = 23 ermittelt. Die 127 Bänder stammen aus drei Teilstichproben (n = 39, 42 und 46); die Prozentbereiche zeigen die Spannbreite zwischen ihnen. „Re-Pass erfolgreich“ = nach Reinigung und zweitem Durchgang keine hörbaren Interpolations- oder Mute-Ereignisse mehr. Die Zahlen beschreiben Bänder, die uns zur Digitalisierung erreicht haben, nicht alle DAT-Bänder im Umlauf.

Wie das klingt, hören Sie im zweiten Beispiel: links ein erster Durchgang mit Blockfehlern, so wie ein Consumer-Laufwerk ihn per S/PDIF unmarkiert weitergeben würde, rechts der zweite Durchgang nach Reinigung auf dem PCM-R500. Ziehen Sie den Regler nach rechts.

DAT-Kassetten selbst überspielen oder überspielen lassen?

Wer ein funktionierendes, gewartetes Laufwerk mit Digitalausgang und ein Interface mit S/PDIF-Eingang besitzt, kann DAT-Kassetten selbst überspielen. Dann gilt diese Checkliste:

  1. Laufwerk prüfen: digitaler Ausgang (koaxial oder optisch), möglichst mit Fehlerratenanzeige; ein Probeband zuerst, nie das wichtigste Band.
  2. Interface auf externen Takt stellen: Das Interface übernimmt den S/PDIF-Takt des Laufwerks, die Projekt-Abtastrate entspricht der des Bandes (32, 44,1 oder 48 kHz).
  3. Ohne Pegelregler aufnehmen: Digitale Daten werden 1:1 übernommen, kein Gain, keine Effekte, Aufnahme als WAV.
  4. Fehleranzeige beobachten: Steigen die Fehlerraten oder hören Sie Klicks und Aussetzer, stoppen Sie sofort.
  5. Nicht mit Gewalt wiederholen: Jeder weitere Durchgang auf einem verschmutzten Laufwerk belastet das Band. Problematische Bänder gehören in ein Labor.

Die Realität sieht anders aus. Da die Produktion 2005 endete, hatten 79–83 % unserer DAT-Einsender kein funktionierendes Gerät mehr. Die empfindlichen Köpfe auf der Trommel lassen sich kaum noch ersetzen, und ein gebrauchtes Laufwerk ohne Wartungsnachweis ist ein Glücksspiel – mit Ihrem Band als Einsatz. Hinzu kommt der Zeitaufwand: DAT überspielt man in Echtzeit, ein Band mit zwei Stunden Spielzeit belegt also zwei Stunden pro Durchgang.

Wir haben über eine Million Erinnerungsstücke für Zehntausende Kunden digitalisiert und werden auf ausgezeichnet.org mit 4,8 bewertet. Für DAT gilt ein Grundpreis von 14,99 € pro Band. Mit Mengenrabatten sinkt er deutlich:

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Die Rabatte gelten, wenn die Erinnerungsbox innerhalb von 4 Wochen nach Versand in unserem Labor eintrifft. Die Anzahlung beträgt 10 €. Einen Standard-USB-Stick liefern wir für 19,99 €, den Premium-USB-Stick für 29,99 €. Ein privates Cloud-Album ist stets inklusive. Alle Details finden Sie unter Preise und Bestellung für DAT.

Diese Geräte stehen in unserer Überspielkette:

Sony PCM-R500

Haupt-Laufwerk für DAT-Überspielungen

  • Studio-DAT-Rekorder mit C1/C2-Fehlerratenanzeige auf der Frontplatte
  • Digitaler Ausgang koaxial und optisch (S/PDIF)
  • Wiedergabe in 32, 44,1 und 48 kHz sowie LP-Modus

Tascam DA-40

Zweites Laufwerk für den Re-Pass

  • Professioneller DAT-Rekorder mit digitalem Ausgang
  • Zweiter Durchgang auf anderer Mechanik bei hartnäckigen Blockfehlern
  • Gleiche bit-perfekte S/PDIF-Strecke

S/PDIF-Interface mit externem Takt

Digitale Aufnahme ohne Umweg

  • Synchronisiert sich auf den Takt des DAT-Laufwerks (External Sync)
  • Archivmaster in der nativen Abtastrate des Bandes
  • Keine Abtastratenkonvertierung, keine analoge Zwischenstufe

Fehlerprotokoll C1/C2

Kontrolle der Bit-Genauigkeit

  • Laufende Überwachung der Fehlerraten während der gesamten Wiedergabe
  • Steigende Werte = Stopp, Reinigung, zweiter Durchgang
  • Unrettbare Stellen werden mit Zeitstempel dokumentiert

Sony TCD-D-Klasse (Walkman-DAT)

Typische Quelle mit Risiko

  • Portable Feld- und Konzertmitschnitte der 1990er
  • Nur 28–33 % liefen in unserer Annahme im ersten Durchgang fehlerfrei
  • Eigene Geräte sind heute oft defekt

USB-Audio-Dongle am Line-Out

Was wir nicht verwenden

  • Wandelt digital → analog → digital
  • Fügt Rauschen und Pegelfehler hinzu
  • Die originalen 16-bit-Daten gehen verloren

So überspielen wir Ihre DAT-Kassetten – Schritt für Schritt

  1. Sie bestellen die Erinnerungsbox online (10 € Anzahlung), verpacken die Bänder, schieben den Schreibschutzschieber der Kassetten auf "geschützt", spulen die Bänder nicht vorab um und verzichten auf wiederholte Testläufe.
  2. Sie senden die vorfrankierte Box an unser Labor zurück.
  3. Im Eingang prüfen wir das Format (DAT vs. DDS), führen eine Sichtprüfung von Gehäuse und Bandwickel durch und bestimmen, ob es sich um MP- oder ME-Bänder handelt.
  4. Wir reinigen die Kopftrommel und starten die Wiedergabe in nativer Abtastrate auf einem Sony PCM-R500 oder Tascam DA-40. Die Übertragung erfolgt digital via S/PDIF bei kontinuierlicher Überwachung von C1/C2.
  5. Steigen die Fehlerwerte an, stoppen wir, reinigen das Gerät, führen einen zweiten Durchgang durch (Multi-Pass-Extraction) und behalten den besten Pass. Nicht korrigierbare Stellen werden exakt dokumentiert.
  6. Die Auslieferung der Aufnahmen erfolgt als WAV für das Archiv, als verlustfreies FLAC und als MP3 im privaten Cloud-Album, optional auf USB-Stick. Ihre Originalbänder erhalten Sie sicher zurück.
Audio-Arbeitsplatz im Labor mit Laufwerken und Monitoren, an dem DAT-Kassetten digital überspielt und Fehlerprotokolle geprüft werden
Am Überspielplatz laufen Wiedergabe, S/PDIF-Aufnahme und Fehlerkontrolle parallel.

Wir verarbeiten in derselben Erinnerungsbox nicht nur DAT. Wir können ebenso Audiokassetten digitalisieren, Tonbänder und Spulen überspielen und nehmen uns auch MiniDiscs aus derselben Zeit an.

Techniker erfasst eine eingesandte Kassette per QR-Code, damit jedes DAT-Band vom Eingang bis zur Rücksendung nachverfolgbar bleibt
Jedes Band erhält beim Eingang einen QR-Code und bleibt bis zur Rücksendung eindeutig zugeordnet.

Häufige Fragen zum DAT-Kassetten-Überspielen

Kann man DAT-Kassetten ohne Qualitätsverlust überspielen?

Ja. Das Signal liegt auf dem Band bereits digital als 16-bit PCM vor und wird per S/PDIF verlustfrei ausgelesen. Voraussetzung ist, dass das Laufwerk jeden Datenblock korrigieren kann und nichts interpoliert – das zeigt nur das C1/C2-Fehlerprotokoll. In unserer Annahme liefen 70–72 % der gut gelagerten Studio-Master im ersten Durchgang so sauber.

Reicht ein optisches Kabel (TOSLINK) für eine bit-perfekte Kopie?

Das Kabel überträgt die Nullen und Einsen exakt. Die Fehlerquelle ist das Laufwerk: Interpolierte Samples reicht die Schnittstelle unmarkiert weiter. Ob die Kopie bit-perfekt ist, zeigt nur die C1/C2-Anzeige am Gerät während der Wiedergabe, etwa am Sony PCM-R500.

Was ist ein Dropout bei einer DAT-Kassette?

Ein Dropout entsteht, wenn die Fehlerkorrektur Datenblöcke nicht mehr rekonstruieren oder interpolieren kann. Das Resultat ist kein Rauschen, sondern ein Klicken, eine dumpfe Stelle oder die Stummschaltung des Signals durch den Rekorder.

Verhindert SCMS das Überspielen auf den Computer?

Nein. Das Serial Copy Management System unterbindet nur das digitale Kopieren auf einen anderen Consumer-DAT-Rekorder. Das Einspielen in ein Audio-Interface am Computer wird durch SCMS nicht blockiert. Ein analoger Umweg wegen SCMS ist also unnötig und kostet Qualität.

Wie erkenne ich, ob mein Band eine DAT oder eine DDS-Datenkassette ist?

DDS-Kassetten tragen ein DDS-Logo, die Aufschrift "DATA" oder zeigen die Kapazität in GB an. Audio-DAT-Kassetten tragen dagegen eine Spielzeit in Minuten. DDS wurde 1989 von Sony und HP eingeführt; in unserer Stichprobe waren 17 % der als „DAT“ eingesandten Bänder DDS-Datenkassetten.

Was kostet es, DAT-Kassetten überspielen zu lassen?

Bei uns kostet ein DAT-Band 14,99 €. Ab 75 € Auftragswert sinkt der Preis auf 13,49 €, ab 1.199 € auf 7,50 € pro Band, wenn die Erinnerungsbox innerhalb von 4 Wochen zurück im Labor ist. Bei der Bestellung fällt eine Anzahlung von 10 € an.

In welchem Format bekomme ich meine DAT-Aufnahmen zurück?

Sie erhalten unkomprimierte WAV-Dateien für Ihr Archiv, FLAC-Dateien für verlustfreien Musikgenuss und MP3-Dateien zum einfachen Teilen. Die Archivdateien entstehen in der nativen Abtastrate Ihres Bandes (32, 44,1 oder 48 kHz). Alles steht im privaten Cloud-Album bereit, auf Wunsch zusätzlich auf USB-Stick für 19,99 €.

Ihre DAT-Kassetten digital überspielen lassen?

Bestellen Sie die Erinnerungsbox, legen Sie Ihre DAT-Bänder hinein und senden Sie sie vorfrankiert an unser Labor. Wir überspielen jedes Band per S/PDIF mit Fehlerprotokoll – ab 7,50 € pro Band.

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