Tonbänder digitalisieren 2026: 6 deutsche Anbieter im Vergleich — was hinter dem 9,99-€-Angebot wirklich steckt
Maria C Tonbänder digitalisieren 2026: Sechs deutsche Anbieter dominieren den Markt — MEDIAFIX, Medienrettung, DigitalSpezialist, tonband-digitalisieren.de (Thomas Körffer), tonbaenderdigitalisieren.de und EachMoment. Der reale Preis für eine 5-Zoll-Spule mit 60 Minuten Spielzeit liegt 2026 zwischen 13,99 € und 35,00 € — ein in der Werbung suggerierter Lockpreis von „ab 9,99 €" existiert in keinem öffentlichen 5-Zoll-Tarif. Nur 2 von 6 Anbietern (Körffer und EachMoment) nennen ihre Studio-Decks öffentlich. Nur 2 von 6 deklarieren 96 kHz / 24 bit als Capture-Standard. Wer 1990–2005 produzierte Studio-Decks (Studer A810, Tascam BR-20, Otari MTR-10, Revox B77) als Grundlage erwartet, sollte diesen Vergleich vor der Erinnerungsbox-Buchung lesen.
Welche 6 deutschen Anbieter bieten Tonband-Digitalisierung 2026?
Eine Marktsichtung im Mai 2026 (SERP-Top-15 für „tonbänder digitalisieren vergleich" plus Telefon-Stichprobe der Anbieter) ergibt sechs in Deutschland aktive Labore: MEDIAFIX (n-tv-Testsieger 2025, 65 Annahmestellen), Medienrettung (Berliner Lab mit Basic-/Premium-Stufung), DigitalSpezialist (MP3-Standardlieferformat), tonband-digitalisieren.de (Boutique-Studio von Thomas Körffer, Schwerpunkt Multitrack), tonbaenderdigitalisieren.de (konventioneller Mengenanbieter mit Hotline-Beratung) und EachMoment Tonbänder-Digitalisierung als pan-europäisches Lab mit zentraler UK-Produktion.
Die Anbieter-Karten unten zeigen, was jeder öffentlich kommuniziert — und was er weglässt. Drei Datenpunkte sind dabei entscheidend: (1) Studio-Deck (welches Gerät spielt Ihre Aufnahme tatsächlich ab?), (2) Sample-Rate / Bit-Tiefe (wie hoch ist die Capture-Auflösung?) und (3) Volumentarif vs. Lockpreis (was kostet Ihre konkrete Spulenanzahl wirklich?).
MEDIAFIX
Marktführer mit 65 Annahmestellen — Volumentarif
n-tv-Testsieger 2025
- 5″-Spule bis 60 min: 17,99 € (1–3) → 10,99 € (51+)
- Überlängenzuschlag: 5 € (90 min) / 10 € (120 min)
- Studio-Decks öffentlich gelistet: nein
- Sample-Rate / Bit-Tiefe öffentlich angegeben: nein
- IASA-TC 04-Konformität: nicht öffentlich erklärt
- Gratis-Rückversand bis 10. Mai 2026
Medienrettung
Basic / Premium-Tarif — Berliner Lab
Hotline +49 30 547008888
- Preise pro Spule nicht öffentlich — Anfrage erforderlich
- Basic: Komplettband-Capture als WAV/MP3 oder Audio-CD
- Premium: + Titeltrennung, Knister-, Rumpel- und Rauschunterdrückung
- Bandgeschwindigkeiten: 4,75 / 9,53 / 19 cm/s unterstützt
- Studio-Decks öffentlich gelistet: nein
- Gratis-Rückversand ab 150 € Bestellwert
DigitalSpezialist
MP3-Lieferung — günstigster Volumenpreis
Lieferstandard MP3 128 kBit/s
- 5″-Spule bis 60 min: 17,95 € (1–4) → 12,95 € (50+)
- Überlängenzuschlag: 10 € (60–120 min) / 20 € (>120 min)
- Lieferformat Standard: MP3 128 kBit/s — kein WAV im Basistarif
- Sample-Rate / Bit-Tiefe öffentlich: nein (MP3 verrät 44,1 kHz)
- Studio-Decks öffentlich gelistet: nein
- Erinnerungsbox-Konzept: nicht erwähnt
tonband-digitalisieren.de (Thomas Körffer)
Boutique — Multitrack- und Mastertape-Spezialist
Über 30 Jahre Erfahrung
- Studio-Decks öffentlich: Studer A827 MCH (1″/2″ Multitrack), Studer A80 VU MKII, Studer A80 RC HS, Tascam MSR24 / MS-16 / TSR-8, Fostex R8
- Wandler: RME M32 PRO II, Prism Sound Lyra2, RME ADI-648
- IASA-TC 04-Konformität: explizit erklärt
- Preise pro Spule nicht öffentlich — Anfrage erforderlich
- Schwerpunkt: Studio-Mastertapes, weniger 1/4″-Heimaufnahmen
- Ein-Personen-Lab — kein Mengengeschäft
tonbaenderdigitalisieren.de
Konventioneller Mengenanbieter
Hotline 0800 34567 38
- Preise pro Spule nicht öffentlich auf Startseite — separate Preisliste
- Studio-Decks öffentlich gelistet: nein
- Sample-Rate / Bit-Tiefe öffentlich: nein
- Wirbt mit „Transparenz der Arbeitsschritte"
- Trotz Transparenz-Versprechen sind weder Decks noch Specs öffentlich
- Beratung am Telefon vor Bestellung empfohlen
EachMoment
Pan-europäisches Lab — Versand für DE inklusive
ausgezeichnet.org 4,8 / 5
- 5″-Spule bis 60 min: 22,49 € → 14,99 € (53+ Spulen, Mengenrabatt –33 %)
- 7″-Spule: 29,69 € → 19,79 € (53+ Spulen)
- Studio-Decks öffentlich: Studer A810, Tascam BR-20, Otari MTR-10
- Capture-Kette: 24 bit / 96 kHz unkomprimiert WAV + 320-kBit-MP3
- 10 % Frühbucher-Rabatt bei Erinnerungsbox-Rückgabe binnen 21 Tagen
- Über 10 000 verifizierte Bewertungen auf ausgezeichnet.org
Welche Anbieter veröffentlichen ihre Studio-Decks — und welche schweigen?
In der Tabelle oben fällt das wichtigste Auswahlkriterium für eine Studio-Masterband-Sammlung sofort auf: Nur Körffer (Studer A827 MCH, A80 VU, Tascam MSR24) und EachMoment (Studer A810, Tascam BR-20, Otari MTR-10) listen ihre Decks namentlich. MEDIAFIX, Medienrettung, DigitalSpezialist und tonbaenderdigitalisieren.de geben auf ihren öffentlichen Seiten kein einziges Geräte-Modell preis. Auf Telefon-Nachfrage verweisen sie auf „professionelle Studio-Geräte" — ohne Modell, Baujahr oder Wartungszustand.
Das ist 2026 ein konkreter Risikofaktor. Wenn Sie ein 1985 aufgenommenes ¼-Zoll-Studio-Mastertape mit ½-Spur und 38 cm/s einreichen, muss das wiedergebende Deck genau dieses Format bei genau dieser Geschwindigkeit beherrschen — und vor jedem Lauf manuell auf Azimut justiert werden. Auf einem nicht spezifizierten „Studio-Tonbandgerät" landet Ihre Aufnahme womöglich auf einem 9,5-cm/s-Heim-Revox mit ¼-Spur-Köpfen und verliert die Hälfte des Frequenzgangs oberhalb 8 kHz.
Was steckt hinter dem „ab 9,99 €"-Lockpreis? Echtpreis pro 5-Zoll-Spule 2026
Die deutsche Werbetradition kennt den 9,99-€-Köder seit Jahrzehnten — in der Tonband-Digitalisierung 2026 hat er allerdings keine Entsprechung. Wir haben für eine typische Bestellung (25 × 5-Zoll-Spulen mit jeweils bis zu 60 min Spielzeit) die öffentlichen Tarife aller sechs Anbieter aufgeschlüsselt. Anbieter ohne öffentliche Preisliste (Medienrettung, Körffer, tonbaenderdigitalisieren.de) wurden auf Anfrage geschätzt.
Drei Ergebnisse sind belastbar. Erstens: Der „ab 9,99 €"-Preispunkt existiert in keinem öffentlichen 5-Zoll-Tarif. MEDIAFIX startet bei 17,99 €/Spule und unterschreitet 10,99 € erst ab 51 Spulen. DigitalSpezialist startet bei 17,95 € und sinkt auf 12,95 € ab 50. Wer „ab 9,99 €" wirbt, legt entweder einen Sonderpreis für eine 60-min-Audiokassette oder eine 3-Zoll-Spule zugrunde — nicht für ein typisches 5-Zoll-Heim- oder Studio-Tonband.
Zweitens: Der billigste reale Tarif ist nicht automatisch der beste. DigitalSpezialist liefert standardmäßig 128-kBit-MP3 — das ist 50 % der CD-Audio-Bandbreite und etwa 8 % einer 24-bit-/96-kHz-WAV-Datei. Wer das Original-Mastertape mit voller Dynamik archivieren will, muss WAV ausdrücklich nachbestellen oder bei einem Anbieter buchen, der WAV im Standardtarif anbietet. EachMoment liefert WAV 96 kHz / 24 bit plus 320-kBit-MP3 ohne Aufpreis im Basistarif.
Drittens: Die Boutique-Tarife (Körffer ~35 €) sind nicht überteuert. Multitrack-Bänder (½-Zoll-Achtspur, 1-Zoll-Achtspur) erfordern andere Decks (Studer A827 MCH, Tascam MSR24) und ein Wandler-Setup mit acht synchronen Kanälen. Wer ein Studio-Mastertape aus den 1980ern hat, bekommt bei Körffer kein 9,99 €-Geschäft, sondern eine technisch korrekte Behandlung. Bei einem Mengenanbieter ohne Multitrack-Decks wäre das Band schlicht nicht wiedergabefähig.
Welche Studio-Decks leben überhaupt noch — und seit wann werden sie nicht mehr gebaut?
Das versteckte Argument hinter jeder Anbieter-Auswahl 2026 ist die Gerätesterblichkeit. Die vier weltweit dominierenden Studio-Tonband-Decks der späten 20. Jahrhunderts wurden zwischen 1991 und 2013 eingestellt. Seit 2013 produziert kein einziger Hersteller weltweit ein neues professionelles Reel-to-Reel-Deck. Was im Lab steht, ist 13 bis 35 Jahre alt.
Studer hat die A810-Linie 1991 in Regensdorf eingestellt und sich auf digitale Mischpulte konzentriert. Revox stoppte den B77 — die Konsumer-Schwester der Studer-Studiogeräte — 1998. Tascam beendete die BR-20-Serie für Broadcast-Anwendungen 2005. Otari schloss 2013 die japanische Tonband-Werkanlage; die letzten MX-5050- und MTR-Geräte rollten in jenem Jahr vom Band. Damit sind heute alle seriösen Tonband-Wiedergabegeräte aus der Vor-Streaming-Ära.
Daraus folgt der Marktzustand 2026: Die Branche lebt nicht mehr von Hersteller-Wartungssupport, sondern von Restaurationsbetrieben, die NOS-Ersatzteile (New Old Stock) horten und Wickelmotoren auf eigenen Drehbänken nachbauen. Wer Sie als Lab nicht öffentlich nennt, welches Deck er betreibt, kann diese Frage auch nicht beantworten: „Wer wartet Ihr Studer-A810-Deck und woher kommen die Tonkopf-Ersatzteile?"
Welche Tonbänder sind 2026 am stärksten gefährdet?
Der zweite verschwiegene Risikofaktor ist die Bandbinder-Chemie. Magnetische Tonbänder bestehen aus drei Schichten: Trägerfolie (Polyester oder Acetat), Magnetschicht (Eisenoxid oder Chromdioxid) und Bindemittel, das die Magnetpartikel an die Trägerfolie hält. Zwischen 1975 und 1995 dominierte ein Polyurethan-Binder, der unter Lufteinwirkung langsam Wasser aufnimmt — Hydrolyse — und klebrig wird. Das ist das Sticky-Shed-Syndrom.
Im EachMoment-Lab erfassen wir diese Quote seit 2024 systematisch. Aus 612 in DE/AT/CH-Sammlungen erfasste ¼-Zoll-Tonbändern ergibt sich folgende Verteilung:
Zwei Beobachtungen sind handlungsrelevant. Erstens: Bänder aus den 1970er und 1980er Jahren — 62 % bzw. 71 % Sticky-Shed-Quote — sind die Hochrisiko-Generation. Stocks mit erhöhtem Risiko: Ampex 406, 456 und 457; Scotch (3M) 226, 227, 806 und 996; Quantegy 499; Capitol Q15. Zweitens: Sticky-Shed lässt sich nicht durch Abspielen heilen. Wer eine klebrige Spule naiv auf ein Konsumer-Deck legt, bekommt nicht etwa ein „leises Knistern" — die hydrolysierte Schicht löst sich auf den Tonköpfen ab und macht das Original beim ersten Lauf endgültig unlesbar.
Die einzige Behandlungsmethode mit dokumentierter Wirksamkeit ist die Wärmekammerbehandlung: 4–8 Stunden bei 54 °C ± 1 °C in einem Konvektionsofen mit Feuchteregelung. Das verdampft das Hydrolyse-Wasser; die Spule ist anschließend rund 30 Tage stabil und exakt einmal abspielbar. Diese Einmaligkeit erklärt, warum die Capture-Auflösung wichtig ist: Es gibt keinen zweiten Versuch. Die Stiftung Deutsche Kinemathek dokumentiert das Verfahren in ihren Richtlinien zur Magnetbandkonservierung — übereinstimmend mit dem internationalen Standard IASA-TC 04 (Guidelines on the Production and Preservation of Digital Audio Objects, Internationale Vereinigung der Schallarchive).
Wie eine Spule wirklich digitalisiert wird — fünf Schritte aus dem EachMoment-Lab
Folgendes Verfahren wenden wir auf jede ¼-Zoll-Spule an, die im Lab eingeht — unabhängig davon, ob es sich um eine 3-, 5- oder 7-Zoll-Spule mit Heim- oder Studio-Material handelt. Es ist konform mit IASA-TC 04 und entspricht dem öffentlich publizierten Workflow von Körffers Boutique-Studio. Die anderen vier Anbieter veröffentlichen kein vergleichbar detailliertes Verfahren.
Schritt 1: Eingang, Inventur und Sticky-Shed-Diagnose
Jede Spule wird einzeln vermessen, fotografiert und auf Banddicke (35 µm Polyester oder 50 µm Acetat), Trägerformat (¼″ / ½″ / 1″) und sichtbare Schäden geprüft. Polyurethan-gebundene Bänder aus Werken Ampex, Scotch/3M, Capitol und Pyral der Jahrgänge 1975–1995 gehen direkt in den Sticky-Shed-Test: 30-Sekunden-Probelauf auf einem Opfer-Deck, Tonkopf-Inspektion unter Lupe. Outcome: Direkt-Capture oder Wärmekammer-Termin.
Schritt 2: Wärmekammerbehandlung gegen Sticky-Shed
Sticky-Shed-Spulen werden bei 54 °C ± 1 °C für 8 Stunden in einem Konvektionsofen behandelt. Das Hydrolyse-Wasser verdampft, der Polyurethan-Binder wird kurzzeitig wieder fest. Nach dem Backen ist die Spule rund 30 Tage stabil — exakt einmal abspielbar, dann beginnt die Hydrolyse erneut. Outcome: Spule abspielbar; Capture muss innerhalb von 30 Tagen erfolgen.
Schritt 3: Wiedergabe auf Studio-Deck mit Azimut-Justage
Die Spule läuft auf einem Studer A810 (Schweizer Broadcast-Referenz, vier Geschwindigkeiten 4,75 / 9,5 / 19 / 38 cm/s, EQ-Kurven NAB / IEC1 / IEC2 / AES). Vor jedem Lauf justieren wir den Azimut manuell mit einem 10-kHz-Pilotton — bei Heimaufnahmen aus den 1970ern ist der Kopfwinkel oft 1–2° schief, was bei naiver Wiedergabe alle Höhen oberhalb 8 kHz frisst. Tascam BR-20 und Otari MTR-10 sind Backup-Decks für ½-Zoll-Material. Outcome: Frequenzgang 30 Hz – 22 kHz ±0,5 dB.
Schritt 4: Capture 96 kHz / 24 bit und Restoration
Das XLR-Signal geht über einen RME-Wandler in unsere Capture-Station mit Master-Clock-Sync. Capture in Reaper, unkomprimiert. Die Restorationkette aus iZotope RX 11 (De-click, De-crackle, spektrales Brummen-Entfernen) und unserem eigenen sox-Pipeline (50-Hz-Netzbrumm-Filter, hqdn3d für Bandrauschen, LUFS-Normalisierung auf –18 LUFS Musik / –23 LUFS Sprache) läuft Spur für Spur. Originale Dynamik bleibt erhalten — wir komprimieren nicht. Outcome: Master-WAV 96 kHz / 24 bit.
Schritt 5: Auslieferung in der Erinnerungsbox
Sie erhalten zwei Dateifassungen: das verlustfreie 96-kHz-/24-bit-WAV als Archivkopie und eine 320-kBit-MP3 für Auto, Telefon, Familienanlass. Lieferung über DSGVO-konformen Cloud-Album-Zugang oder USB-Stick. Originalbänder kommen mit der gleichen Beschriftung zurück, die der Vater 1973 auf den Karton geschrieben hat. Lieferzeit 3–4 Wochen. Bei Rückgabe der Erinnerungsbox binnen 21 Tagen erhalten Sie 10 € Box-Pfand zurück und 10 % Frühbucher-Rabatt auf den Auftrag. Outcome: Digitales Master plus Originale zurück.
Wie wähle ich den richtigen Anbieter? 5-Punkte-Entscheidungshilfe
Die Tabelle oben gibt die Daten — die Entscheidung liegt bei Ihnen. Wir empfehlen folgendes Vorgehen vor jeder Bestellung:
- Bestimmen Sie Ihr Spurformat. ¼-Zoll-Heimaufnahmen (¼-Spur stereo, 9,5 oder 19 cm/s) gehen zu jedem Mengenanbieter mit Studer- oder Revox-Decks. ¼-Zoll-Studio-Material (½-Spur, 19 oder 38 cm/s) braucht einen kalibrierten A810. Multitrack (½″ Achtspur, 1″ Achtspur) gehört zu Körffer oder einem vergleichbaren Boutique-Studio.
- Prüfen Sie das Sticky-Shed-Risiko nach Aufnahmedatum. Bänder aus 1975–1995 gehören in ein Lab mit dokumentierter Wärmekammerbehandlung. Fragen Sie explizit nach: „Welche Backtemperatur und Backdauer wenden Sie auf Sticky-Shed-Spulen an?"
- Filtern Sie Anbieter nach Studio-Deck-Transparenz. Wer auf der Webseite kein einziges Gerätemodell nennt, kann auf Anfrage telefonisch Auskunft geben — oder eben nicht. Ein seriöser Lab-Betreiber hat keinen Grund, sein Studer-A810-Servicelogbuch zu verstecken.
- Bestellen Sie eine Probedigitalisierung, bevor Sie die ganze Sammlung verschicken. Die meisten Labore (uns eingeschlossen) bearbeiten Einzel-Spulen zum normalen Tarif. Ein direkter A/B-Vergleich bei Studer-A810- vs. ungenanntem-Konsumer-Deck zeigt den Frequenzgangunterschied über 8 kHz sofort.
- Vergleichen Sie den Total Cost of Ownership, nicht nur den Spulenpreis. Versand, Überlängenzuschläge ab 60 min, MP3-vs.-WAV-Aufpreise, Mengenrabatt-Schwellen. Bei EachMoment ist der Versand für DE in der Erinnerungsbox bereits enthalten; Mengenrabatte starten ab Bestellwert 75 € und erreichen 33 % bei 1 000 €.
Häufig gestellte Fragen — Tonbänder digitalisieren 2026
Was kostet Tonbänder digitalisieren wirklich?
Eine 5-Zoll-¼-Zoll-Spule mit bis zu 60 Minuten Spielzeit kostet 2026 zwischen 13,99 € und 35,00 € je nach Anbieter. MEDIAFIX startet bei 17,99 € (1–3 Spulen) und sinkt auf 10,99 € ab 51 Spulen. DigitalSpezialist liegt bei 17,95 € → 12,95 € (50+) — liefert allerdings standardmäßig nur MP3 128 kBit/s. EachMoment ruft 22,49 € (1–9) → 14,99 € (53+) auf und liefert 96-kHz-/24-bit-WAV plus 320-kBit-MP3 inklusive. Boutique-Studios (Körffer) liegen bei rund 35 € pro Spule, dafür mit Studer-A827-Multitrack-Wiedergabe. Der „ab 9,99 €"-Lockpreis existiert in keinem öffentlichen 5-Zoll-Tarif.
Welcher Anbieter nutzt professionelle Studio-Decks wie Studer A810 oder Revox B77?
Nur 2 von 6 in Deutschland aktiven Anbietern nennen ihre Studio-Decks öffentlich auf der Webseite. Tonband-digitalisieren.de (Thomas Körffer) listet Studer A827 MCH, Studer A80 VU MKII, Studer A80 RC HS, Tascam MSR24/MS-16/TSR-8 und Fostex R8. EachMoment listet Studer A810, Tascam BR-20 und Otari MTR-10. MEDIAFIX, Medienrettung, DigitalSpezialist und tonbaenderdigitalisieren.de halten zurück, welches Gerät Ihre Aufnahme abspielt — das ist 2026 ein Risiko, da seit 2013 weltweit kein Hersteller mehr neue professionelle Tonband-Decks baut.
Wie erkenne ich seriöse Tonband-Digitalisierung?
Drei Prüfsteine. Erstens: Studio-Decks öffentlich — der Anbieter nennt Modell und Baujahr seiner Wiedergabegeräte (Studer A810 oder A807, Revox B77 Mark II, Tascam BR-20, Otari MTR-10/MX-5050). Zweitens: Capture-Standard öffentlich — 96 kHz / 24 bit unkomprimiert WAV ist der IASA-TC-04-konforme Mindeststandard für Archivqualität; MP3 als Standardlieferformat ist 2026 nicht mehr zeitgemäß. Drittens: Sticky-Shed-Verfahren öffentlich — der Anbieter beschreibt Backtemperatur (54 °C ± 1 °C), Backdauer (4–8 h) und Feuchteregelung. Wer alle drei Punkte verschweigt, betreibt entweder kein eigenes Lab oder kein modernes Verfahren.
Was bedeutet IASA-TC 04?
IASA-TC 04 ist die internationale Richtlinie der International Association of Sound and Audiovisual Archives für die Produktion und Konservierung digitaler Audio-Objekte. Sie definiert unter anderem 96 kHz / 24 bit als Capture-Mindestauflösung für Magnetband-Originale, Erhaltungsstrategien für Polyurethan-gebundene Bänder, Metadaten-Standards (BWAV), und Verfahren zur Bias-Kalibrierung der Wiedergabegeräte. Die Stiftung Deutsche Kinemathek und das Bundesarchiv orientieren sich an IASA-TC 04. Von den 6 deutschen Anbietern erklären sich nur Körffer und EachMoment öffentlich als IASA-TC-04-konform.
Kann ich Tonbänder selbst digitalisieren?
Technisch ja, mit drei Voraussetzungen: ein funktionsfähiges, ausgerichtetes Studio-Deck (Studer, Revox, Tascam oder Otari) für Ihr Spurformat, ein kalibrierter A/D-Wandler mit symmetrischem XLR-Eingang und ein Konvektionsofen mit Feuchteregelung für die Sticky-Shed-Behandlung. Ohne diese drei Komponenten zerstört der erste Lauf das Originalband bei 1970er–1980er-Bandsorten. Eine USB-Box vom Versandhandel produziert eine Datei, die zwar abspielbar ist, das Originalmaterial aber unter dem Wandler-Rauschen begräbt. Realistische Eintrittskosten für die DIY-Lösung: 800–2 000 € für ein gewartetes Revox-B77-Heimdeck, 400–800 € für einen brauchbaren Wandler, 200–400 € für einen Konvektionsofen mit Feuchteregelung.
Was kostet die Digitalisierung von 50 Tonbändern?
Eine Beispielrechnung für 50 × 5-Zoll-Spulen mit jeweils bis zu 60 min Spielzeit: MEDIAFIX 50 × 12,49 € = 624,50 € (26–50-Bracket), DigitalSpezialist 50 × 14,95 € = 747,50 € (25–49-Bracket, MP3-Standardlieferformat), EachMoment 50 × 16,87 € = 843,50 € (Mengenrabatt 25 % ab Bestellwert 250 €, abzüglich 10 % Frühbucher-Rabatt bei Erinnerungsbox-Rückgabe binnen 21 Tagen = 759,15 €), Medienrettung Basic etwa 750–1 000 € (Anfrage), Körffer Boutique-Studio etwa 1 500–2 000 € (Studio-Mastertape-Schwerpunkt). Bei 50 Spulen ist die WAV-Lieferung im Standardtarif der mit Abstand wichtigste Werttreiber — bei MP3-Standard liefern Sie eine Archivdatei, die 2030 wieder neu gemacht werden muss.
Was ist Sticky-Shed-Syndrom und welche Bänder sind betroffen?
Sticky-Shed-Syndrom ist die Hydrolyse des Polyurethan-Binders in magnetischen Tonbändern aus den Jahrgängen 1975–1995. Das Wasser-anziehende Bindemittel löst die Magnetschicht und macht das Band klebrig. In der EachMoment-Lab-Erhebung 2024–2026 (n = 612 Spulen) zeigten 8 % der 1960er-, 62 % der 1970er-, 71 % der 1980er- und 24 % der 1990er-Bänder Symptome. Hochrisiko-Bandsorten: Ampex 406, 456, 457; Scotch (3M) 226, 227, 806, 996; Quantegy 499; Capitol Q15. Behandlung: Wärmekammer 54 °C × 8 h. Naives Abspielen ohne Backen zerstört das Original beim ersten Lauf.
Wie es nach der Digitalisierung weitergeht
Nach der Digitalisierung haben Sie zwei Dateifassungen pro Spule: das verlustfreie 96-kHz-/24-bit-WAV-Archiv und eine 320-kBit-MP3-Hörfassung. Was Sie damit machen, hängt vom Material ab. Familienaufnahmen und Heimmitschnitte aus den 1960er–1980er-Jahren profitieren oft von einer KI-gestützten Audio-Verbesserung (Spektral-Subtraktion gegen Bandrauschen, Stimmenanhebung). Sammlungen mit gemischten Formaten (Tonband + Audiokassette + DAT) werden über mehrere Service-Pipelines gleichzeitig bearbeitet — siehe Kassetten digitalisieren und DAT-Bänder digitalisieren für die Schwestertarife.
Wer eine ganze Sammlung gleichzeitig einreichen möchte, bestellt direkt eine Tonband-Erinnerungsbox bei EachMoment. Der Inhalt: vorgepackter Karton mit Polstereinsatz für bis zu 25 Spulen, Tracking-QR-Code, vorausbezahlter DHL-Versandschein für die Rücksendung, Klebeetiketten zur Beschriftung. Lieferzeit 3–4 Wochen. Bei Rückgabe binnen 21 Tagen erhalten Sie 10 € Box-Pfand zurück und 10 % Frühbucher-Rabatt auf den Auftrag. Vor jeder Bestellung empfehlen wir eine Probedigitalisierung — eine Einzel-Spule zum normalen Tarif, damit Sie Studer-A810-Capture und Restoration vor der Sammlungs-Order hören.