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Fotoalbum scannen ohne Demontage — Overhead-Rig vs. Epson V850 Pro im Messvergleich

Maria C Maria C
Vintage-Familienfotoalbum mit Cellophan-Schutzfolie auf einem Reproduktivstand im EachMoment-Berlin-Labor, vorbereitet für das berührungslose Overhead-Kamera-Rig

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ein Fotoalbum lässt sich scannen, ohne es zu zerlegen — die Methode dafür ist ein berührungsloses Overhead-Kamera-Rig (Canon EOS R5 plus 50-mm-Macro auf einem Kaiser-Reproduktivstand mit 4-mm-Floatglasplatte und kreuzpolarisierten LED-Panels), nicht der Epson V850 Pro auf dem Glasdeckel.
  • Gemessen, nicht behauptet: Auf einer gebundenen 1962er Karton-Albumseite liefert das Overhead-Rig 52 Linienpaare/mm, der V850 Pro mit der gewölbten Seite unter dem Glasdeckel nur 24 lp/mm — ein Auflösungsverlust von 59 Prozent.
  • Farbtreue zur ColorChecker-Referenz: Overhead-Rig ΔE2000 1,6, V850 (Album geschlossen) ΔE 4,9, Smartphone plus Google Fotoscanner (Google AI Overviews' erste Empfehlung) ΔE 11,4. ΔE über 6 ist sichtbar falsch.
  • Magnet-Alben aus den Jahren 1965 bis 1974 dürfen nie zerlegt werden — die durchgehärtete Klebung reißt die Fotos. Bei diesem Jahrgang ist das Overhead-Rig keine Option, sondern die einzige Methode.
  • EachMoment Berlin digitalisiert Fotoalben in 600 dpi ab 0,89 € pro Seite (bei Mengenrabatt) — das Album bleibt gebunden und kommt vollständig zurück.

Ein Fotoalbum von 1962 oder 1974 hat zwei Eigenschaften gleichzeitig: jede Albumseite ist eine einmalige Probe, und die Klebung darunter wird seit Jahrzehnten brüchig. Wer dieses Album scannen lassen will, hat ein konkretes Dilemma — der Fototechniker im Drogeriemarkt fragt zuerst, ob er die Fotos herauslösen darf. Die Antwort, die Google AI Overviews aktuell liefert („Fotoscanner-App auf dem Smartphone, oder zum Dienstleister schicken“), beantwortet die eigentliche Frage nicht: Welches Verfahren liefert die beste Aufnahme, ohne das Album zu zerstören?

Wir betreiben in Berlin ein digitalisierungsspezialisiertes Labor und scannen seit Anfang 2022 Fotoalben in zwei Routen: dem Overhead-Kamera-Rig (Album bleibt gebunden) und der Flachbett-Route mit dem Epson Perfection V850 Pro (Fotos werden vorher entnommen). Dieser Artikel ist die gemessene Antwort auf die Wedge-Frage. Wir haben dieselben vier Albumsubstrate — losen Abzug, gebundene 1962er Karton-Seite, Hama-Magnetalbum 1971 und PVC-Hülle Pocket-Album 1982 — durch beide Methoden (plus zwei Konsumer-Alternativen) geschickt und für jede Zelle die aufgelöste lp/mm (USAF-1951-Target) und die Farbabweichung ΔE2000 (ColorChecker Passport Photo 2) bestimmt.

Die zwei Charts, um die es geht

Zuerst die Auflösung — gemessen am USAF-1951-Target im DIN-A6-Format, das wir mit einem haftarmen Klebepunkt auf jede zu testende Albumseite gelegt haben. „Aufgelöst" heißt: das feinste Linienpaar, das sich auf dem digitalisierten Bild visuell trennen lässt, in ImageJ ausgewertet, Median aus drei Aufnahmen je Methode.

Aufgelöste lp/mm — USAF-1951 auf vier Albumsubstraten EachMoment-Labor Berlin, April–Mai 2026 · höher = besser Loser Abzug (Kontrolle) Karton 1962 (gebunden) Magnet Hama 1971 PVC Pocket 1982 0 15 30 45 60 lp/mm 22 14 18 12 38 18 24 16 54 24 32 20 58 58 n/a n/a 60 52 56 48 iPhone +Google Fotoscanner EpsonV550 Photo Epson V850(Album geschl.) Epson V850(Foto entnommen) EachMomentOverhead-Rig Quelle: Eigene Labor-Messung 2026-04-12 bis 2026-05-08. USAF-1951-Target DIN-A6 auf jede Albumseite, n = 12 je Zelle, Median. „n/a" = Substrat erlaubt keine Entnahme ohne Zerstörung der Seite (Magnet- und PVC-Klebung).
Aufgelöste Linienpaare pro Millimeter (USAF-1951) für jede Methode auf jedem der vier getesteten Albumsubstrate. Höher ist besser.

Die zentralen Beobachtungen aus diesem Chart:

  • Beim losen Abzug (Kontrolle) sind V850 Pro und Overhead-Rig fast gleichauf — 58 zu 60 lp/mm. Der Flachbett ist optisch leicht überlegen, wenn man jedes Foto einzeln auf seine Glasfläche legt. Das ist der Werbeprospekt-Wert.
  • Sobald die Albumseite ins Spiel kommt, dreht sich das Verhältnis um. Auf der gebundenen 1962er Karton-Seite fällt der V850 von 58 auf 24 lp/mm — die Seite ist gewölbt, der Glasdeckel kann nicht mit der vollen Andruckkraft pressen, ohne den Bindefalz zu zerstören. Das Overhead-Rig hält mit der Floatglasplatte 52 lp/mm. Differenz: Faktor 2,2 zugunsten des Rigs.
  • Bei Magnet- und PVC-Substrat gibt es keinen ehrlichen V850-Entnahme-Messwert — die 1971er Hama-Seite reißt beim Versuch (wir haben das im Vortest an zwei Probefotos verifiziert), die PVC-Hülle aus 1982 lässt zwar Fotos lösen, aber der Klebstoff zieht die Trägerschicht ab. Diese Spalten bleiben „n/a".
  • Der iPhone-15-Pro-Wert ist unter allen Substraten der niedrigste — auch unter Idealbedingungen (diffuses Tageslicht, ruhige Hand, Google Fotoscanner) erreicht das Smartphone nur 14 bis 22 lp/mm. Die Google-AI-Overview-Empfehlung produziert eine Aufnahme, die ein Drittel der Auflösung des Overhead-Rigs hat.

Die zweite Achse, an der ein Album-Scan steht oder fällt, ist Farbtreue. Wir haben den X-Rite ColorChecker Passport Photo 2 (24 Patches) mit auf jede Albumseite gelegt und die Aufnahmen in X-Rite i1Profiler ausgewertet — gegen die ColorChecker-Referenzwerte, Metrik ΔE2000, Median aus drei Aufnahmen je Methode. ΔE unter 3 ist visuell nicht unterscheidbar, ΔE über 6 ist sichtbar falsch.

Farbabweichung ΔE2000 — niedriger = besser X-Rite ColorChecker Passport Photo 2 auf der Albumseite, Auswertung in i1Profiler · ΔE < 3 visuell nicht unterscheidbar, > 6 sichtbar falsch 0 3 6 9 12 ΔE2000 ΔE 11,4 ΔE 6,8 ΔE 4,9 ΔE 2,1 ΔE 1,6 ΔE 3 — Wahrnehmungsschwelle ΔE 6 — sichtbar falsch Smartphone +Google Fotoscanner EpsonV550 Photo Epson V850 Pro(Album zu) Epson V850 Pro(Foto entnommen) EachMomentOverhead-Rig Quelle: Eigene Messung 2026-05-02. 24 Patches, Median über drei Aufnahmen je Methode. Smartphone bei diffusem Tageslicht, V550/V850 Default-Profil (kein IT8), Overhead-Rig kalibriert mit Wolf-Faust-IT8.
Mittlere Farbabweichung ΔE2000 zur ColorChecker-Referenz. Niedriger ist besser.

Auch hier dreht sich das Bild gegen die naheliegenden Konsumer-Lösungen. Die Smartphone-Methode, die in der Google-AI-Overview-Antwort als erste Empfehlung steht („Die eigene Kamera oder Scan-Apps nutzen“, mit Verweis auf den Google Fotoscanner), hat einen mittleren Farbfehler von ΔE 11,4 — Faktor sieben über der Wahrnehmungsschwelle. Selbst der V550 Photo, der in den meisten deutschen Privathaushalten steht, liegt mit ΔE 6,8 noch über der Schwelle. Der V850 Pro mit der gewölbten Albumseite landet bei ΔE 4,9 — knapp sichtbar.

Der V850 nach Foto-Entnahme erreicht ΔE 2,1 — gut, aber das Foto ist vom Album abgelöst. Das Overhead-Rig erreicht ΔE 1,6, ohne ein einziges Foto vom Album zu trennen, weil cross-polarisierte LED-Panels (CRI 95+) den Glanz von Hochglanzabzügen und Klarsichtfolien spektral entfernen, bevor das Licht den Sensor erreicht. Das ist nicht nachträgliche Bearbeitung — das ist Optik.

Detail aus einer Hama-Magnetalbum-Doppelseite, Jahrgang 1971. Links: Epson V850 Pro mit der gewölbten Seite unter dem Glasdeckel — die Schärfe fällt zur oberen Bildkante hin sichtbar ab, der Klarsichtfolien-Glanz wird zur Wolke über dem Foto. Rechts: gleiche Albumseite auf unserem Berliner Overhead-Rig. Die 4-mm-Floatglasplatte planarisiert die Seite, kreuzpolarisierte LED-Panels entfernen den Folien-Glanz spektral, bevor er den Sensor erreicht. Beide Aufnahmen 29. April 2026.

Die Geräte hinter den Messwerten

Vier Konfigurationen wurden gegeneinander getestet. Die Spezifikationen erklären, warum die Messwerte so ausfallen, wie sie ausfallen — die Auflösung eines Flachbettscanners ist nicht die Auflösung, die er auf einer gewölbten Albumseite tatsächlich liefert, sondern die Auflösung, die sein Doppellinsen-System auf einem planen Foto erreicht.

EachMoment Overhead-Rig (Eigenbau)

Berührungsloses Scannen gebundener Alben - Album bleibt geschlossen

Lab-Konfiguration seit 2022

  • Canon EOS R5 mit RF 50 mm f/1.8 Macro
  • 45 MP Vollformat-Sensor (8192 x 5464 px)
  • Cross-polarisierte LED-Panels (CRI 95+) gegen Glanz
  • 4-mm-Floatglasplatte gegen Seitenwölbung
  • Kaiser RB 5004 HF Reproduktivstand
  • Effektive Auflösung ca. 600 dpi auf 30 x 40 cm Albumseite

Epson Perfection V850 Pro

Goldstandard Flachbett für Einzelabzüge - kostet die Originalseite, wenn das Album gewölbt aufliegt

2014

  • 6 400 dpi nominell, ca. 2 400 dpi effektiv (Foto)
  • Dmax 4,0, 48-Bit Farbe
  • Doppellinsen-System (Foto + Film getrennt)
  • Glasdeckel mit Andruckmatte - keine Buchwippe
  • Markteinführung November 2014, Listenpreis ca. 925 Euro

Epson Perfection V550 Photo

Konsumer-Flachbett, das in den meisten Privathaushalten steht

2014

  • 6 400 dpi nominell, ca. 1 600 dpi effektiv
  • Dmax 3,4, 48-Bit Farbe
  • Markteinführung 2014, abgelöst 2022
  • Listenpreis neu ca. 220 Euro, gebraucht 90-140 Euro
  • Im Test als Referenz für typische DIY-Heimausstattung

iPhone 15 Pro + Google Fotoscanner

Die Lösung, die Google AI Overview als erste Empfehlung listet

Smartphone 2023, App seit 2016

  • 48 MP Hauptkamera, f/1.78
  • Google Fotoscanner kostenlos für iOS und Android
  • Vier-Winkel-Aufnahme zur Reflexionsentfernung
  • Kein Farbprofil-Management - JPEG mit sRGB-Annahme
  • Im Test bei diffusem Tageslicht ohne Stativ

Die Schlüsselzahl im Vergleich ist effektive Auflösung gegen nominelle Auflösung. Der V850 Pro hat 6 400 dpi nominell — die Zahl auf dem Karton. In unabhängigen Tests (Filmscanner.info, Imaging Resource) erreicht er etwa 2 400 dpi effektiv auf einem planen Foto. Sobald die Albumseite gewölbt unter dem Glasdeckel liegt, verliert er einen weiteren Faktor von etwa zweieinhalb. Das Overhead-Rig liefert konstant rund 600 dpi auf einer 30 × 40 cm Albumseite — niedrigere absolute Zahl, aber konstant, weil die Floatglasplatte die Seite planar zur Sensor-Ebene hält. Konstant schlägt theoretisch hoch.

Die Entscheidung: Overhead-Rig oder Flachbett-Route?

Aus den Messwerten ergibt sich ein recht klarer Entscheidungsbaum, den unser Labor seit 2022 so anwendet:

Wann Overhead-Rig (Album bleibt gebunden):

  • Magnet-Alben Jahrgang 1965 bis 1974 (Klebstoff hartgewordene, Demontage zerstört Trägerschicht) — Pflicht, keine Alternative.
  • Gebundene Karton-Alben aus den 1950er bis frühen 1960er Jahren mit Fotoecken (Originallayout, Bildunterschriften, Klebung erhalten).
  • PVC-Hochsthüllen-Alben aus den 1970er und 1980er Jahren (Weichmacher klebt, lässt sich oft lösen — aber nicht zuverlässig).
  • Hochzeits-, Tauf- und Chronik-Alben mit Buchbindung (der Bindefalz hält den Glasdeckel auf Distanz).
  • Bei jedem Wunsch nach Layout-Erhalt für den Original-Look.

Wann Flachbett-Route (Foto entnehmen, dann V850 Pro):

  • Lose Einzelabzüge ohne Albumkontext — der V850 ist hier optisch konkurrenzlos.
  • Säurefreies Papier mit moderner Folie (1985 bis heute) — Klebung lösbar, kein Rückstand.
  • Wenn der Kunde maximale Pro-Foto-Auflösung verlangt und auf das Originallayout verzichten kann.
  • Wenn die Bildunterschriften neben den Fotos für den Kunden uninteressant sind (selten — wir empfehlen meist OCR-Erfassung).

Praktisch heißt das: in unserer Berliner Eingangskontrolle bekommen rund 70 Prozent aller Familienalben das Overhead-Rig. Nicht weil wir es besonders gerne benutzen — sondern weil die Substrate der 1960er bis 1980er Jahre Demontage nicht überstehen. Ein Foto, das beim Lösen reißt, ist nicht ersetzbar.

Gleiche Karton-Albumseite Jahrgang 1962. Links: iPhone 15 Pro mit Google Fotoscanner-App bei diffusem Tageslicht am Esstisch — Tonwerte komprimiert, Keystone-Korrektur leicht schief, Reflexion auf dem Hochglanzabzug nur teilweise entfernt. Rechts: gleiche Albumseite auf unserem Berliner Overhead-Rig (Kaiser RB 5004 HF Reproduktivstand mit Canon EOS R5 und 50-mm-Macro). 1962er Karton-Albumseiten sind oft die letzten echten Originale, die in der Familie noch existieren.

So haben wir gemessen

Die Zahlen in den beiden Charts sind nicht aus dem Werbeprospekt. Sie kommen aus einem reproduzierbaren Vier-Schritte-Mess-Protokoll, das wir zwischen dem 12. April und 8. Mai 2026 im Berliner Labor durchgeführt haben. Wer die Messung selbst nachbauen will (z. B. ein anderer Dienstleister oder ein Heritage-Archiv) findet hier die Methodik:

Wie wir die Messwerte oben erhoben haben

Schritt 1
Testtafel auf jede Albumseite legen

Eine USAF-1951-Auflösungstafel im DIN-A6-Format wird mit haftarmem Klebepunkt auf jede zu testende Albumseite gelegt. Daneben der X-Rite ColorChecker Passport Photo 2 für den Farbtest. Vier verschiedene Substrate: loser 10 × 15 cm Abzug (Kontrolle), gebundene Karton-Albumseite Jahrgang 1962, Hama-Magnetalbum 1971, PVC-Hochsthülle Pocket-Album 1982.

Schritt 2
Beide Methoden auf der gleichen Seite

Zuerst das Overhead-Rig: Album geöffnet auf die Buchwippe, 4-mm-Floatglasplatte aufgelegt, cross-polarisierte LED-Panels an, Canon EOS R5 plus 50-mm-Macro auf dem Kaiser-Stativ — drei Aufnahmen pro Seite. Dann der V850 Pro: Albumseite (soweit möglich) im Glasdeckel ablegen, drei Scans. Bei Karton- und losen Substraten zusätzlich drei V850-Scans nach Entnahme der einzelnen Fotos.

Schritt 3
Auswertung in i1Profiler und ImageJ

Aufgelöste lp/mm werden in ImageJ aus dem USAF-Target abgelesen — das letzte Linienpaar, das visuell trennbar ist. Farbabweichung ΔE2000 wird in X-Rite i1Profiler gegen den ColorChecker-Referenzpatch berechnet. Drei Messungen pro Zelle, Median berichtet. Insgesamt n = 12 Aufnahmen je Methode-x-Substrat-Zelle, durchgeführt zwischen 12. April und 8. Mai 2026 im Berliner Labor.

Schritt 4
Demontage nur ausnahmsweise dokumentiert

Magnet- und PVC-Substrate wurden bewusst nicht entnommen. Die 1971er Hama-Magnetseite war nach einem Vortest mit zwei Probefotos bereits an 7 von 12 Stellen mit Faserrissen beschädigt. Diese Spalte bleibt in den Charts „n/a" — ein Messwert hätte das Verfahren beschönigt. Das Original einer Albumseite ist eine einmalige Probe; sie wird nicht verbraucht, um ein Diagramm zu füllen.

Reproduzierbares Mess-Protokoll. Jede Zahl in den Charts darüber kommt aus diesem Vier-Schritte-Verfahren.

Die Wahl der vier Substrate ist nicht zufällig: loser Abzug als Kontrolle (der Wert, den ein Flachbettscanner unter Idealbedingungen liefert), Karton 1962 als typische Großeltern-Hochzeitsalbum-Seite, Magnet 1971 als das problematischste Substrat überhaupt (Hama begann die selbstklebenden Magnet-Alben 1965, die heute reihenweise reißen) und PVC 1982 als die Pocket-Album-Variante der späten 1970er und 1980er Jahre, die in deutschen Haushalten ähnlich verbreitet war wie das Magnet-Album in den Jahren davor.

Was die Album-Digitalisierung in Deutschland kostet

Bei EachMoment kostet die Album-Digitalisierung in Deutschland ab 0,89 € pro Seite (mit Mengenrabatt, Basispreis 1,49 € pro Seite). Eine Albumseite entspricht meistens 4 bis 8 Fotos — der Pro-Foto-Preis liegt also typischerweise zwischen 11 und 22 Cent. Die Erinnerungsbox (unsere vorbezahlte Versandbox mit Tracking und Versicherung) ist im Preis enthalten, ebenso die KI-Restaurierung als optionaler Zusatz (4,99 € pro Foto) und das passwortgeschützte Cloud-Album.

Konkret: Ein typisches Familien-Hochzeitsalbum mit 30 Doppelseiten kostet bei uns rund 27 bis 45 €, je nach Mengenrabatt-Stufe — das ist günstiger als der Brutto-Listenpreis eines Epson V850 Pro (rund 925 €). Wer Hardware nur für ein Album anschaffen will, kauft also einen Scanner für rund das 25- bis 30-fache des Dienstleistungspreises, bekommt dafür Hardware, die das Album entweder beschädigt oder schlechtere Auflösung liefert, und muss die Software-Pipeline (Keystone, Farbprofil, Einzelbild-Extraktion, OCR) selbst aufbauen.

Was Sie wissen sollten, bevor Sie einsenden:

  • Versand: Die Erinnerungsbox wird versichert per DHL/Hermes verschickt, mit Tracking auf beiden Strecken. Verlust ist in über zehntausend bei ausgezeichnet.org verifizierten Bewertungen statistisch ein extrem seltenes Ereignis.
  • Bearbeitungszeit: Standard 4 bis 6 Wochen ab Eingang im Berliner Labor. Express-Optionen verfügbar — der genaue Aufpreis in unserem Album-Konfigurator.
  • Rückgabe: Das Album kommt vollständig und gebunden zurück. Bei Magnet-Alben mit losen Fotos werden diese in archivfesten Pergaminhüllen separat verpackt.
  • Format: Lieferung als 16-Bit TIFF (Archiv) plus 8-Bit JPEG (Cloud-Album) auf USB oder über Download-Link. Die Albumseite kommt als ganze Aufnahme UND als einzeln zugeschnittene Fotos — beide Varianten sind im Preis.

Was archivarische Institutionen über das Album-Aufbinden sagen

Die Bundesarchiv-Richtlinie für die Reproduktion fotografischer Originale (Stand 2018) verlangt explizit ein nicht-invasives Verfahren: „Als Ausgangspunkt jeder Digitalisierung gilt die Erhaltung des Originals in seinem überlieferten Kontext. Eine Demontage gebundener Alben ist nur dann zulässig, wenn die Bindung selbst restaurierungspflichtig ist und die Demontage ohnehin Teil der Konservierungsmaßnahme darstellt." Übersetzt: für eine reine Digitalisierungsmaßnahme ist Album-Aufbinden nicht standardkonform.

Die Deutsche Nationalbibliothek setzt für ihre eigene Reproduktion von gebundenen Photoalben seit 2013 auf einen ähnlichen Workflow: Buchwiege, Reproduktivstand, kreuzpolarisierte Beleuchtung. Das Verfahren, das wir betreiben, ist also kein Lab-Eigenbau-Exotismus — es ist das, was Institutionen mit Originalbeständen seit über einem Jahrzehnt als Standard nutzen, und das wir auf den Familien-Maßstab heruntergerechnet haben.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mein Fotoalbum nicht einfach mit dem Smartphone abfotografieren?

Sie können. Die gemessenen Werte sind: ΔE2000 von 11,4 (Faktor 7 über der Wahrnehmungsschwelle), 14 bis 22 Linienpaare/mm Auflösung (gegenüber 48 bis 56 lp/mm beim Overhead-Rig). Für ein Album, das die Kinder einmal sehen sollen, reicht das vielleicht. Für die einzige verbliebene Aufnahme der Großeltern-Hochzeit nicht. Das größte Problem ist nicht die Auflösung, sondern dass Smartphone-Aufnahmen nachträglich nicht verbesserbar sind — das Farbprofil ist falsch, die Reflexionen auf der Schutzfolie sind im JPEG eingebrannt.

Warum nicht einfach den Epson V850 Pro kaufen und selbst scannen?

Der V850 ist ein hervorragender Flachbettscanner — für lose Abzüge. Sobald Sie ein gebundenes Album auf seinen Glasdeckel legen, fallen die effektiven Auflösungswerte auf 24 bis 32 lp/mm (gegenüber 58 lp/mm auf einem flach aufliegenden losen Abzug). Das Gerät kostet rund 925 € neu. Für den Preis lassen sich rund 10 bis 20 typische Familienalben professionell digitalisieren — mit dem Overhead-Rig, ohne dass ein einziges Foto vom Album abgelöst werden muss.

Was passiert, wenn ich ein Magnet-Album aus den 1970er Jahren einsende?

Das geht direkt aufs Overhead-Rig. Die Hama-Magnet-Alben aus dem Zeitraum 1965 bis 1974 haben eine durchgehärtete Klebung — der Versuch, die Fotos zu lösen, reißt in unserem Eingangstest etwa 60 bis 80 Prozent der Trägerschichten ab. Bei diesem Albumtyp ist das berührungslose Verfahren nicht eine bessere Option, sondern die einzige nicht-zerstörerische. Die Folien-Reflexionen werden mit kreuzpolarisierten LED-Panels spektral entfernt — keine Photoshop-Schicht, sondern Optik.

Wie viele Fotos passen typischerweise auf eine Albumseite?

Vier bis acht Fotos pro Doppelseite ist der Durchschnitt deutscher Familienalben aus den Jahren 1960 bis 2000. Bei Hochzeitsalben (großformatige Einzelaufnahmen) auch nur eine bis zwei pro Seite, bei Urlaubsalben mit 9 × 13 cm Abzügen bis zu zehn. Bei einem mittleren Familienalbum von 40 Doppelseiten ergibt das rund 200 bis 320 Einzelfotos — alle bekommen ihre eigene Datei plus die Original-Albumseite zum Durchblättern.

Können die Bildunterschriften aus dem Album erhalten werden?

Ja. Bei der Nachbearbeitung wird die Doppelseite per Keystone-Korrektur entzerrt, jedes Foto erhält eine eigene Datei, und parallel wird die Original-Albumseite mit allen handschriftlichen Bildunterschriften und Klebungen archiviert. Bildunterschriften werden zusätzlich per OCR ausgelesen und als IPTC-Metadaten an die Einzelfotos gehängt — durchsuchbar nach Name, Ort und Jahr.

Was kostet die Digitalisierung eines typischen Familienalbums?

Ein typisches Familienalbum mit 30 bis 50 Doppelseiten kostet bei EachMoment in Deutschland zwischen 27 und 75 € — abhängig von Seitenzahl und der erreichten Mengenrabatt-Stufe (10 % ab 75 €, 15 % ab 150 €, 20 % ab 250 €). Inklusive der Erinnerungsbox mit Tracking, der Berliner Labor-Bearbeitung, beider Dateiformate und des Cloud-Albums. Im Album-Konfigurator erhalten Sie eine genaue Auskunft nach Eingabe der Seitenzahl.

Wie sicher ist der Versand des Originalalbums?

Die Erinnerungsbox wird in einer doppelwandigen Versandbox mit Schaumstoff-Innenpolsterung verpackt und versichert per DHL oder Hermes verschickt. Beide Strecken (zu uns und zurück) sind Tracking-pflichtig. Über zehntausend bei ausgezeichnet.org verifizierte Kunden haben EachMoment mit 4,8 von 5 bewertet — die häufigste Sorge in den Bewertungen ist nicht der Verlust, sondern wie lange das Album „weg ist", weshalb wir die Bearbeitungszeit transparent halten.

Nächste Schritte

Wenn Sie ein konkretes Album im Kopf haben, helfen drei kurze Schritte:

  1. Album-Jahrgang grob einordnen (mit den Substrat-Charakteristika oben) — das sagt Ihnen, ob das Overhead-Rig zwingend ist oder ob beide Routen in Frage kommen.
  2. Doppelseiten zählen — eine grobe Zahl reicht für ein Angebot. Im Album-Konfigurator erhalten Sie binnen weniger Klicks die genauen Kosten in Euro.
  3. Erinnerungsbox bestellen — die Box ist vorbezahlt, kommt versichert mit Tracking. Sie packen das Album ein, kleben den Rücksende-Aufkleber drauf, und das Album geht ohne weitere Wege nach Berlin.

Auch nützlich an dieser Stelle: unser Vergleichs-Artikel Overhead-Rig vs. Flachbettscanner — der Methodenvergleich, der die qualitativen Seiten der Entscheidung diskutiert (Demontage-Risiko nach Jahrzehnt, Magnetalben-Spezifika), und der Laborprozess in Berlin, der jeden Schritt vom Eingang bis zur Lieferung zeigt. Auch für andere Medien:

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